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02.01.2001

12:31 Uhr

Intershop stürzt ab

Neuer Markt im Fokus

Zum Jahresauftakt rutschte vor allem der Nemax 50 massiv ab und markierte am Vormittag mit 2 621,51 Zähler ein neues 52-Wochen-Tief.

dpa/afx FRANKFURT. Die Wachstumswerte am Frankfurter Neuen Markt machen ihrem Namen keine Ehre: Im Gegenteil, zum Jahresauftakt rutschte vor allem der Nemax 50 massiv ab und markierte am Vormittag mit 2 621,51 Zähler ein neues 52-Wochen-Tief. Um 12.00 Uhr lag er mit 7,74 % auf 2 646,94 Punkte im Minus. Der alle Werte umfassende Nemax All-Share verlor 4,77 % auf 2 612,64 Zähler. Auch er markierte phasenweise mit 2 606,11 Punkten ein neues 52-Wochen-Tief.

"Hauptverantwortlicher" für den schlechten Start ist Intershop Communications . Das Indexschwergewicht hatte eine Gewinn- und Umsatzwarnung für das vierte Quartal herausgegeben und darauf reagierte der Markt sensibel. Die Aktie büßte 63,82 % auf 12,09 Euro ein. Phasenweise rutschte die Aktie sogar auf das neue Allzeittief von 11,70 Euro. Zum Vergleich: Das bisherige lag bei 29,21 Euro.

Ikone am Neuen Markt gefallen

"Die Leute sind hochgradig sensibel", sagte Analyst Guiseppe-Guido Amato von Lang & Schwarz. Da reiche schon eine schlechte Meldung aus, um den Aktienkurs eines Unternehmens in die Tiefe zu ziehen. "Mit Intershop ist eine der letzten Ikonen am Neuen Markt gefallen", fügte er hinzu.

Das Jenaer Unternehmen Intershop erwartet für das vierte Quartal 2000 einen Nettoverlust zwischen 30 bis 32 Mill. Euro. Analyst Lothar Lubinatzki von Bankhaus Metzler warnte auch für das erste Quartal 2001 zur Vorsicht: "Wir können genauso viel oder wenig sagen wie das Unternehmen. Wir müssen einfach abwarten, wie die US-Konjunktur läuft."

Internet-Softwareanbieter unter Druck

Zweitgrößter Verlierer nach Intershop ist Letsbuyit.com . Die Aktien des angeschlagenen Internet-Händlers brachen um 40,80 % auf 0,74 Euro ein. Der Tagestiefstkurs lag am frühen Vormittag bei 0,40 Euro - ein neues Allzeittief für das niederländische Unternehmen, das erst im Sommer 2000 den Börsengang wagte. Letsbuyit.com war am Freitag vom Handel ausgesetzt worden, nachdem ein Antrag auf ein vorläufiges Moratorium nach niederländischem Recht gestellt wurde. In der Regel beantragen dies nach Auskunft von Experten nur Unternehmen, die zahlungsunfähig sind.

Im Zuge der Gewinn- und Umsatzwarnung von Intershop standen am Dienstag auch andere Internet-Softwareanbieter unter Druck. Brokat büßten 25,97 % auf 15,25 Euro ein. Broadvision verbilligten sich um 18,51 % auf 12,10 Euro, zeitweise rutschte das Papier auf 11,81 Euro ab, ein neues 52-Wochen-Tief. Gauss Interprise sackten um 23,39 % auf 4,75 Euro ab.

Zu den Gewinnern zählten Edel Music mit einem Plus von 11,11 % auf 5,00 Euro, allerdings bei recht geringen Umsätzen. Auch Fantastic, am letzten Handelstag des Jahres noch deutlich abgerutscht, wurde wieder gekauft: Die Aktie verteuerte sich um 3,13 % auf 1,98 Euro. Ein recht hohes Handelsvolumen wies T-Online auf, die Telekom-Tochter stieg um 3,45 % auf 13,50 Euro an.

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