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31.01.2001

14:55 Uhr

Intershop stürzt nach enttäuschenden Zahlen ab

Neuen Markt bleibt weiter im Minus

Die deutschen Wachstumstitel haben im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch nachgegeben. Händler führten dies vor allem auf Gewinnmitnahmen nach den Kursgewinnen der vergangenen Wochen zurück. Der alle Werte des Neuen Markt umfassende Nemax-All-Share-Index notierte am frühen Nachmittag um 1,30 % im Minus bei 2791 Zählern, während der Blue-Chip-Index Nemax-50 um 1,86 % auf 2781 Punkte nachgab.

Reuters FRANKFURT. Marktteilnehmer sagten, neben Gewinnmitnahmen zögen auch die enttäuschenden Geschäftszahlen des Indexschwergewichts Intershop die Kurse nach unten. Der Softwareanbieter hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2000 bei einer schwachen Entwicklung des US-Geschäfts einen höheren Verlust erzielt als von Analysten erwartet.

Das Motto laute "Warten auf die Fed-Entscheidung", sagte ein Börsianer. "Danach sind wir schlauer", fügte er hinzu. Die Stimmung sei abwartend und ruhig, die Umsätze gering, hieß es. Der für die Geldpolitik verantwortliche Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank (Fed) ist am Dienstag in Washington zu seinem an den Finanzmärkten mit Spannung erwarteten zweitägigen Zinstreffen zusammengekommen. Die Zinsentscheidung soll am Mittwoch gegen 20.15 Uhr MEZ bekannt gegeben werden. Nach einer am Montag erhobenen Reuters-Umfrage erwarten alle 25 befragten Primärhändler eine Senkung des entscheidenden Zielsatzes für Tagesgeld um 50 Basispunkte auf 5,50 %.

Intershop gehörten mit einem Minus in der Spitze von mehr als 29 % zeitweilig zu den größten Verlierern am Neuen Markt. Am frühen Nachmittag konnte sich der Titel allerdings wieder etwas erholen und lag um mehr als 16 % im Minus bei 10,05 Euro. Intershop hatte am Morgen mitgeteilt, der Umsatz sei im vierten Quartal 2000 auf 30,2 Mill. Euro von 19,3 Mill. Euro im Vorjahrszeitraum gestiegen. Der Nettoverlust habe sich im vierten Quartal auf 32,5 Mill. Euro von 7,4 Mill. Euro in der Vorjahresperiode ausgeweitet.

Die Aktien des Internethändlers LetsBuyIt.com gaben um mehr als 23 % auf 0,45 Euro nach, nachdem das Unternehmen die Entlassung von voraussichtlich rund 200 der insgesamt 350 Mitarbeiter angekündigt hatte. Ferner teilte die Gesellschaft mit, weiterhin Gespräche mit potenziellen Investoren für die nächste Finanzierungsrunde zu führen, die die mittel- und langfristige Zukunft von LetsBuyIt sichern sollten.

Poet Holdings verloren mehr als 14 % auf elf Euro, nachdem das Softwarehaus mitgeteilt hatte, im Geschäftsjahr 2000 bei steigenden Umsätzen den Verlust ausgeweitet zu haben.

Die Gewinnerliste am Neuen Markt führten die Aktien des Klinikbetreibers Euromed mit einem Plus von mehr als zwölf Prozent auf 3,70 Euro an. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, im ersten Halbjahr 2001 ein positives Betriebsergebnis erreichen zu wollen. Für das Gesamtjahr werde ein konsolidierter Umsatz von 37 Mill. DM erwartet.

Metabox erholten sich von ihren Verlusten am Vortag, nachdem der Hersteller von Settop-Boxen am Dienstag einen höheren Verlust als zuvor prognostiziert vorgelegt hatte. Das Unternehmen teilte am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit, es wolle das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen, in dem es die Namen seiner bislang anonym gehaltenen Kunden künftig nennen werde. Händler führten die Kursgewinne von zeitweilig mehr als 15 % auf Käufe spekulativer Anleger zurück.



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