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02.01.2001

15:24 Uhr

Intershop-Warnung schockiert Neuen Markt

Dax unverändert

Im Mittelpunkt standen die SAP-Aktien, die im Sog von Intershop die größten Verluste hinnehmen mussten. Dagegen konnten MAN und Thyssen-Krupp deutlich zulegen.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der Neue Markt hat das Jahr dramatisch begonnen. Eine Gewinnwarnung des Index-Schwergewichts Intershop hatte die Anleger gleich zu Handelsstart am Dienstag kalt erwischt. Massive Kursverluste bei Intershop von rund siebzig Prozent zogen den gesamten Wachstumsmarkt in die Tiefe. Der Nemax 50 brach um 7,26 % auf 2 661 Zähler ein. Vergleichsweise ruhig ging es dagegen im Dax zu. Mit einem leichten Minus von 0,09 % auf 6 428 Punkte blieb das Standardwerte-Barometer nach einem schwachen Start nahezu unverändert. Wenig Veränderung gab es auch im MDax, der 0,08 % auf 4 679 Zähler zulegte.

"Mit Intershop ist eine der letzten Ikonen am Neuen Markt gefallen", sagte Analyst Guiseppe-Guido Amato von Lang & Schwarz. Das Jenaer Unternehmen erwartet für das vierte Quartal 2000 einen Nettoverlust zwischen 30 bis 32 Mill. Euro und verfehlt damit deutlich die Prognosen. Auf derartige Meldungen reagierten die Anleger hochgradig sensibel, sagte Amato. Die Hiobsbotschaft von Intershop quittierten die Anleger mit einem Minus von 67,98 % auf 10,70 Euro.

Auch die im Dax gelisteten SAP-Aktien blieben hiervon nicht verschont. Mit einem Verlust von 6,01 % auf 140,80 Euro waren die Papiere des Walldorfer Unternehmens das Schlusslicht unter den Standardtiteln. "Die Ursache für die SAP-Verluste liegt im Absturz der Intershop-Aktie", sagte Analyst Christian Thormann von der Conrad Hinrich Donner Bank. Eine derartige Katastrophe belaste alle Titel der Softwarebranche.

Stärkster Wert im Dax waren MAN mit einem Gewinn von 4,02 % auf 28,19 Euro. Kurz vor Weihnachten hatten positive Zahlen für das Rumpfjahr die Trendwende eingeleitet. "Nun springen die Leute auf den Zug, um von der kurzfristigen Erholung zu profitieren", sagte Analyst Detlef Schröder von der Frankfurter Sparkasse. Zudem seien Titel der "alten Wirtschaft" im Kommen. "Verunsicherte Anleger ziehen sich auf diese Werte zurück, bis sich wieder eine Branche zum Hoffnungsträger aufschwingt." Ganz vorne mit dabei waren daher auch Thyssen-Krupp mit plus 3,64 % auf 17,10 Euro und Linde mit 1,26 % auf 52,35 Euro.

Die Aktie der Deutschen Telekom kletterte um 0,47 % auf 32,25 Euro und blieb damit unter der für die Übernahme der amerikanischen VoiceStream kritischen 33-Euro-Marke. Martin Nitsch, Analyst bei der Bayerischen Landesbank, sieht die Übernahme trotzdem momentan nicht gefährdet. VoiceStream wisse, welches Potenzial die Telekom dem amerikanischen Unternehmen durch die Verbindung mit Europa zur Verfügung stelle.



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