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03.01.2001

09:22 Uhr

Intershop weiter unter Druck

Nemax knüpft an Kursrutsch vom Vortag an

Die Wachstumswerte am Frankfurter Neuen Markt haben nahtlos an den Kursrutsch des Vortages angeknüpft.

dpa-afx FRANKFURT. Nachdem der Nemax am Dienstag mit einem historischen Negativ-Rekord von minus 12 % in das Börsenjahr gestartet war, eröffnete (9.10 Uhr) der Index der 50 größten Unternehmen des Neuen Marktes am Mittwoch mit einem Abschlag von 2,92 % auf 2 448,97 Punkte. Der alle Werte des Wachstumssegmentes umfassende Nemax-All-Share startete 1,87 % schwächer mit 2 470,34 Zähler.

Die Frankfurter Technologiewerte müssen erneut mit schlechten Vorgaben in den Handelsstart starten. Vor allem die Aktien an der Wachstumsbörse Nasdaq verzeichneten am Dienstag herbe Kursverluste. Der Composite-Index schloss mit einem Minus von 7,23 % auf 2 291,86 Punkte - der siebent größte Tagesverlust in der Geschichte der Nasdaq.

Wie schon am Vortag waren es vor allem die hochkapitalisierten Schwergewichte des Nemax 50, die den Gesamtmarkt in die Tiefe zogen. Nach der Umsatz- und Ergebniswarnung des Thüringer Software-Unternehmens Intershop und einer Flut von negativen Analystenkommentaren zu Internet-Unternehmen in den USA standen im frühen Dienstagshandel vor allem E-Commerce-Aktien unter Verkaufsdruck. Nachdem die Aktien von Intershop am Vortag um nahezu 70 % eingebrochen waren, stürzten sie um 20,43 % auf 7,75 Euro ab. Mitbewerber und Marktschwergewicht BroadVision büßte 5,57 % auf 9,67 Euro ein.

Deutliche Verluste verbuchten im Nemax 50 auch D.Logistics . Das Unternehmen meldete zuvor, ihre Beteiligung an der Deutschen Tailleur Gruppe (DTG) von bisher 51 % auf 100 % erhöht zu haben. Gleichzeitig gab D.Logistics bekannt, sich von ihren Beteiligungen im Bereich Zeitarbeit am 30. Dezember 2000 getrennt zu haben. Zudem geht die D.Logistics AG davon aus, die für das Jahr 2000 veröffentlichten Planzahlen zu übertreffen. Den Aktionären scheint dies angesichts des angespannten Börsenumfeldes nicht auszureichen - die Papiere des E-Logistik-Unternehmens verloren 8,05 % auf 35,40 Euro. Die übrigen Logistiktitel gaben ebenfalls deutlich nach: Thiel Logistik minus 3,94 % auf 110,52 Euro und Microlog Logistics minus 5,00 % auf 57,00 Euro.

Zu den wenigen Werten die im frühen Handel Kursgewinne verzeichneten zählten Heyde. Die Aktien des IT-Dienstleistungskonzerns gewannen zuletzt 1,15 % auf 11,48 Euro. Das Bad Nauheimer Unternehmen hat zum 31. Dezember 2000 zunächst 90 % der Anteile des Schweizer IT-Dienstleistungsunternehmens PC WKP AG-Consult übernommen. Die restlichen 10 % des Aktienbestandes werden im Laufe des Jahres auf die Heyde AG übertragen.

Die Aktien der Insolvenz-Unternehmen am Neuen Markt konnten trotz des negativen Umfeldes deutliche Gewinne verzeichnen. Gigabell kletterten um 72,00 % auf 2,15 Euro. Die nicht an der Börse notierte Duisburger Microboss Software AG hatte am Dienstag den Gigabell-Aktionären ein Umtauschangebot von einer Microboss-Aktie für 20 Gigabell-Aktien unterbreitet.

Über das Vermögen der Teamwork Information Management AG ist am Neujahrstag das Insolvenzverfahren eröffnet worden, nachdem das Unternehmen Anfang November 2000 dies beantragt hat. Zum endgültigen Insolvenzverwalter sei Frank Kebekus berufen worden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Paderborn mit. Kebekus war zuvor bereits der vorläufige Insolvenzverwalter. Der Geschäftsbetrieb von Teamwork werde allerdings in vollem Umfang weitergeführt, heißt es in der Meldung. Zuletzt stiegen die Papiere um 9,19 % auf 2,02 Euro.

Die Aktien des angeschlagenen Internet-Händlers Letsbuyit.com legten 1,64 % auf 0,62 Euro zu. Die Aktien waren am vergangenen Freitag ausgesetzt worden, nachdem das niederländische Unternehmen einen Antrag auf ein vorläufiges Moratorium nach niederländischem Recht gestellt hatte. In der Regel beantragen dies nach Auskunft von Experten nur Unternehmen, die zahlungsunfähig sind. Derzeit ist die Website in den verschiedenen Ländern weiterhin erreichbar, jedoch werden vorläufig keine Bestellungen angenommen. Der Vorstand will die momentane Geschäftstätigkeit auf die Erfüllung eingegangener Verpflichtungen konzentrieren.

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