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02.01.2001

17:22 Uhr

Intershop zieht die Kurse in den Keller

Neuer Markt: Immer neue Tiefststände

Die Wachstumswerte am Frankfurter Neuen Markt erleben einen rabenschwarzen Start in das neue Börsenjahr.

dpa-afx FRANKFURT. Die Wachstumswerte am Frankfurter Neuen Markt erlebten am Dienstag einen rabenschwarzen Start in das neue Börsenjahr. Bis um 16.37 Uhr verlor der Nemax 50 11,02 % auf 2 552,73 Punkte und markierte damit an diesem Dienstag ein weiteres 52-Wochen-Tief. Der alle Werte umfassende Nemax All-Share verlor 7,17 % auf 2 546,68 Zähler, auch dies ein neues 52-Wochen-Tief. Ein Ende der Talfahrt ist nicht abzusehen, denn auch die "große Schwester", die Computerbörse Nasdaq in den USA rutschte zeitgleich deutlich ins Minus.

"Ich sehe noch keine Bodenbildung", sagte Albert Rapp, Händler bei Trinkhaus & Burkhardt. Mit anderen Worten: Der Neue Markt könnte noch weiter abrutschen. Für Rapp und seine Kollegen kam dieser Fehlstart überraschend. Eigentlich habe man mit einem ruhigen und freundlichen Verlauf gerechnet. Doch sie alle hatten die Rechnung ohne Intershop Communications gemacht. Das Jenaer Unternehmen überraschte mit einer Gewinn- und Ertragswarnung für das vierte Quartal 2000. Dabei, so Rapp, galt Intershop als "der Musterschüler" unter den Nemax 50-Werten. Bis zuletzt hätten alle gedacht, "dieses Unternehmen hat Zukunft".

"Die Nachricht ist ein Hammer", kommentierte Rapp. Intershop erwartet nämlich für das vierte Quartal 2000 einen Nettoverlust zwischen 30 bis 32 Mill. Euro. Der Umsatz solle zwischen 28 und 30 Mill. Euro liegen, vor zwei Monaten war noch von bis zu 50 Mill. Euro die Rede. Die Anleger straften Intershop sofort ab, bei hohem Handeslvolumen bracht die Aktie um 70,08 % auf 10,00 Euro ein. Phasenweise rutschte die Aktie sogar auf 9,72 Euro ab - auch dies ein neues Allzeittief. "Die Aktie wird sich so schnell nicht mehr erholen", sagte Rapp.

In den Abwärtszog der Intershop-Aktie gerieten auch Broadvision, die 30,42 % auf 10,34 Euro einbüßten, Brokat mit einem Verlust von 32,52 % auf 13,90 Euro und Gauss Interprise, die 29,03 % auf 4,40 Euro verloren.

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