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21.03.2003

09:39 Uhr

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Interview: „Der Handel geht auf jeden Fall weiter“

Nach dem Beginn des Irak-Kriegs steigt die Angst vor Terrorangriffen auf die britische Hauptstadt. Börsenchef Don Cruickshank sagt, wie sich die London Stock Exchange (LSE) gegen mögliche Anschläge gewappnet hat.

Wie gut ist die Londoner Börse auf einen Terrorangriff vorbereitet?

Wir haben alle umfangreiche Notfallpläne längst in der Schublade. Wir sind uns sehr sicher, dass wir auf jede Form eines Terroranschlags vorbereitet sind. Der Handel bei uns läuft komplett elektronisch, das dürfte uns im Fall eines Anschlags ganz besonders helfen, weil wir relativ leicht auf andere Systeme ausweichen können.

Können Sie etwas konkreter auf die Vorbereitungen des wichtigsten Kapitalmarktes in Europa eingehen?

In diesem Fall ist es vermutlich eher angebracht, nicht allzu transparent zu sein. Sie dürfen aber nicht vergessen, dass die Stadt London bereits seit mehr als 30 Jahren mit dem Risiko des Terrors lebt, wenn auch bislang die IRA im Vordergrund gestanden hat. Die Kommunikationsnetze zwischen Banken und Kontrolleuren sind so robust, wie sie nur sein können.

Vor dem 11. September 2001 hätte eine Aussage von der New Yorker Börse wohl ähnlich geklungen. Dennoch musste die Weltleitbörse nach den Terroranschlägen für einige Tage schließen.

Die New Yorker Börse ist in vieler Hinsicht altmodisch. Sie hat noch immer einen Parketthandel, bei uns läuft seit Jahren alles auf unseren elektronischen Systemen. Wir haben ein hohes Vertrauen in diese Systeme, welche Form ein möglicher Anschlag auch immer haben wird.

Selbst mit chemischen Kampfstoffen?

Wir sehen es als absolut notwendig an, dass die Kapitalmärkte offen bleiben und werden den Handel auch noch in diesem Fall aufrecht erhalten können.

Hat sich durch den Ausbruch des Krieges irgend etwas geändert?

Nein.

Zu Ihrer persönlichen Zukunft: Sie haben für den Sommer Ihren Rücktritt als Chairman angekündigt. Die Suche nach einem Nachfolger scheint länger zu dauern als ursprünglich geplant.

Solche Dinge brauchen eben ihre Zeit. Wir werden zu diesem Thema in Kürze etwas mitteilen.

Gibt es Namen der Kandidaten?

Kein Kommentar.

Die Fragen stellte Felix Schönauer.

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