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25.01.2001

15:58 Uhr

INTERVIEW

"Gläserne Fonds sind ein Thema"

Frederik Garnies ist Geschäftsführer der Financial Webworks GmbH. Sie veröffentlicht unter "www.fondsweb.de" Analysen über Fonds.

Was fällt Ihnen zum Fonds-Jahrgang 2000 ein?

Abwarten und reifen lassen. Die meisten Neuemissionen von Fonds konnten sich auf Grund der generell negativen Entwicklung an den Weltbörsen bisher allenfalls im Krisenmanagement beweisen. Welche Themen zeichnen sich für 2001 ab?

Ein Thema werden sicherlich die "gläsernen" Fonds sein, bei denen es dem Investor erlaubt wird, dem Fondsmanagement "über die Schulter zu schauen". Auch der Trend zu themenbezogenen Aktien- und Dachfonds wird sich fortsetzen, vermutlich werden hier zunächst weiterhin Biotechnologiefonds im Mittelpunkt stehen.

Wie sinnvoll sind aus Ihrer Sicht die Performancetabellen und andere Rankinglisten?

Grundsätzlich gilt: Am Ende ist für den Anleger nichts anderes relevant als die Rendite seines Investments. Performancetabellen zeigen, ob ein bereits investierter Anleger mit seinen Fonds im Vergleich zu möglichen Alternativen zufrieden sein kann. Werden jedoch ausschließlich Performancetabellen zur Entscheidungsfindung herangezogen, kann es zu unangenehmen Überraschungen kommen: Schließlich sind - man kann es nicht oft genug betonen - gute Performancedaten der Vergangenheit keine Garantie für die zukünftige Entwicklung.

Wenn der Anleger sein Risikoprofil kennt, wie soll er dann weiter vorgehen bei der Fondsauswahl?

Weitestgehende Risikostreuung bietet etwa ein weltweit anlegender Mischfonds mit einem entsprechenden Volumen. Vermute ich als Anleger in bestimmten Märkten oder Branchen größere Chancen, kann ich mich darauf konzentrieren. Anschließend können die Fonds des Sektors, den ich ausgewählt habe, auf ihre bisherige Performance und Gebührenstruktur hin verglichen werden. Wo bestehen die größten Informationsdefizite der Fondsgesellschaften?

Ein Defizit liegt im Bereich der Gebührenbelastung des Fondsvermögens. Natürlich lassen sich alle Belastungen in den Verkaufsprospekten nachlesen, soweit die Fondsgesellschaften dazu verpflichtet sind. Dennoch ist dem Gros der Anleger vermutlich nicht klar, wie sich die Gesamtkostenbelastung auf die Wertsteigerung ihres Fonds ausgewirkt hat. Außerdem: Einige Gesellschaften teilen leider - wenn überhaupt - nur unwillig mit, wer denn als Person für das Fondsmanagement verantwortlich zeichnet und wann Wechsel erfolgen. Dies ist für die Qualität eines Fonds aber von höchster Bedeutung.

Die Fragen stellte Peter Köhler

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