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29.01.2002

19:00 Uhr

INTERVIEW

UMTS-Geräte: Durchbruch lässt auf sich warten

Wann wird die UMTS-Technik ausgereift sein? Welche Hersteller werden als erste gute Endgeräte auf den Markt bringen? Handelsblatt sprach mit dem Geschäftsführer des Internetportals Xonio.

Mathias Plica ist Geschäftsführer beim Internetportal Xonio.com. Das Unternehmen bietet herstellerunabhängige Informationen zum Thema Mobilfunk.

Herr Plica, welche der Verheißungen für die mobile Zukunft werden denn in diesem Jahr zur Realität?

In 2002 wird es - nach erheblichen Verzögerungen - wirklich zu einer breiteren Einführung von mobilen Datendiensten kommen. Der entsprechende Standard GPRS wird allmählich reif, Endgeräte stehen nun ausreichend zur Verfügung. Die Mobilfunkanbieter werden sich für Kooperationen und Modelle der Erlösteilung ("Revenue Sharing") öffnen.

Die ganze Branche setzt ja auf den Erfolg der Geräte der dritten Mobilfunkgeneration UMTS. Wann wird die Technik ausgereift sein?

UMTS ist ein langfristiges Geschäft. Die Anbieter rechnen hier in Zehnjahreszyklen. Die Technik wird frühestens ab 2003 mit beschleunigten Datendiensten zu ersten kleinen Erlösen führen. Das erhoffte "Riesengeschäft" kommt nicht vor der zweiten Hälfte des Jahrzehnts, dann aber wird es durchaus positiv ausfallen.

Welche Hersteller sind ihrer Meinung nach bei den mobilen Endgeräten am besten aufgestellt?

Im Mobilfunk sind nach wie vor die großen Marken Nokia, Motorola und Siemens führend. Auch die neue Allianz Sony/Ericsson und der koreanische Anbieter Samsung haben gute Chancen auf einen der vorderen Plätze in der Weltrangliste. Daneben sind aber neue Spieler aus der Ecke der PDA-Hersteller (Personal Digital Assistant) zu erwarten. Palm, Handspring oder Compaq können sich durch Integration von Mobilfunktechnik in ihre "Organizer"-Produkte neue Märkte erschließen.

Was glauben Sie, welche Entwicklungen 2002 ins Leere laufen werden ?

All diejenigen, die schon in 2002 auf maßgebliche Impulse aus dem UMTS-Geschäft hoffen, werden sich noch gedulden müssen.

Und welcher Trend wird von der Branche unterschätzt?

Das meist unterschätzte Produkt ist der HSCSD-Datendienst, eine bereits seit zwei Jahren verfügbare Technik, die das mobile Internet per Notebook und Datenkarte erlaubt. Gute Chancen können auch dem I-Mode-Dienst eingeräumt werden, der in Anlehnung an das erfolgreiche japanische Vorbild ab dem Frühjahr 2002 zunächst im deutschen E-Plus-Netz eingeführt wird. Hier werden erstmals die erwähnten Modelle zur Erlösteilung eingeführt, was auf ein breites Inhalteangebot hoffen lässt.

Die Fragen stellte Peter Köhler.

18.01.02

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