Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.04.2003

12:24 Uhr

Investitionsgüterhersteller legen zu

Rückgang der Produktion unerwartet gering

Das deutsche produzierende Gewerbe hat im Februar weniger hergestellt als im Vormonat. Das Produktionsminus fiel aber geringer aus als von Analysten vorhergesagt. Die Volkswirte erwarten dennoch kaum mehr als eine stagnierende Wirtschaftsleistung in den ersten drei Monaten 2003.

Reuters BERLIN. Im Vergleich zum Januar sei die Erzeugung saisonbereinigt um 0,7 % zurückgegangen, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) am Dienstag in Berlin mit. Als Hauptgrund für das Minus machten das Ministerium und Volkswirte den erneuten Einbruch der Bauproduktion aus. Doch auch die Entwicklung der restlichen Sektoren unterstreicht den Analysten zufolge die wirtschaftliche Schwäche in Deutschland.

Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Produktionsminus von 1,2 % als Gegenbewegung zum kräftigen Anstieg von 3,2 % im Januar gerechnet. Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich Januar/Februar zu November/Dezember stieg die Produktion damit um 1,0 %. Zum Vorjahresmonat legte die Produktion nach Reuters-Berechnungen auf Basis von Bundesbank-Daten um rund 0,2 % zu.

Bau bleibt Sorgenkind der deutschen Wirtschaft

"Der aktuelle Rückgang war vor allem auf die kräftige Verringerung der Erzeugung im Bauhauptgewerbe im kalten und schneereichen Februar zurückzuführen", erklärte das BMWA. Das deutsche Bauhauptgewerbe produzierte 4,4 % weniger als im Januar, die Industrie 0,3 % weniger. Die Erzeugung des Energiesektors ging um 1,7 % zurück. Der Bau bleibe das Sorgenkind der deutschen Wirtschaft, sagte DZ-Bank-Analyst Bernd Weidensteiner. "So rosig war es aber auch ohne den Bau nicht." Die deutsche Wirtschaft befinde sich weiter in einer Stagnation.

Volkswirte erwarten inzwischen wie auch internationale Organisationen, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr deutlich weniger als das von der Bundesregierung noch offiziell prognostizierte eine Prozent wachsen wird. So geht der Internationale Währungsfonds (IWF) inzwischen nur noch von einem Wachstum von 0,4 % in diesem Jahr aus. Regierungskreise rechnen aber damit, dass auch die Bundesregierung ihre Prognose Ende April senken wird.

Die Hersteller von Konsumgütern produzierten im Februar den BMWA-Angaben zufolge 0,4 % mehr als im Januar, die Produzenten von Investitionsgütern 0,9 % mehr. Die Produktion von Vorleistungsgütern sank dagegen um 1,8 %. In Westdeutschland ging die Produktion den Angaben zufolge zum Januar um 0,5 %, in Ostdeutschland um 2,7 % zurück.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×