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06.02.2001

21:00 Uhr

Investmentbank hält weiteren Kurssturz am US-Aktienmarkt für möglich

Goldman Sachs setzt auf die Schwellenländer

Die Weltwirtschaft wird nicht in eine allgemeine Rezession abrutschen hoffen die Analysten von Goldman Sachs. Allerdings: Ganz ausschließen wollen sie eine Rezession auch nicht. Äußerst kritisch werden die USA von der US-Investmentbank, einem der größten Häuser der Welt, betrachtet. Für 2001 empfehlen die Analysten den Anlegern den Kauf von Aktien in den Schwellenländern, Japan und auch Europa.

stk LONDON. Starke Kursverluste am US-Aktienmarkt erwartet Gavyn Davies, Chef-Volkswirt von Goldman, falls die Verbraucher weiterhin stark an Vertrauen verlören. Davies betonte auf der "Foreign Exchange Conference" seines Hauses aber, dass Anleihen bei einer harten Landung der US-Wirtschaft eine sehr gute Kursentwicklung vorweisen dürften. Bislang sei nämlich ein solches Szenario in den Preisen noch nicht enthalten. Sollte es aber nicht zu einer Rezession kommen, dann sollte der Anleger lieber auf Aktien setzen.



Bei Aktien empfiehlt Neil Williams, Chef-Stratege, Japan, Emerging Markets und auch Europa. Die Aktien der Schwellenländer hätten in den letzten zwölf Monaten eine unterdurchschnittliche Kursperformance hingelegt. Da bestehe jetzt Nachholbedarf. Allerdings warnte er vor Rückschlägen, ausgelöst von Gewinnreduzierungen. Von Hochtechnologiewerte riet der Goldman-Stratege generell ab.



Deutschland wäre am stärksten betroffen

Deutschland wäre von einer harten Landung der Wirtschaft in Übersee wegen der engen Verbindungen der Unternehmen in Europa am stärksten betroffen. Allerdings würden die Auswirkungen von den strukturellen Reformen stark abgefedert, die hier am weitesten vorangeschritten seien. Von der Europäischen Zentralbank erwartet Goldman eine "aggressive" Lockerung der Geldpolitik um bis zu 150 Basispunkte, wobei das Ausmaß der Zinssenkung vom Ausmaß der Abschwächung des Wirtschaftswachstums in den USA abhängig sei.



"Die Inflation wird so niedrig sein, wie zuletzt in den 50er Jahren", erklärte Gavyn Davies, Chef-Volkswirt von Goldman. Die Hauptursache dafür liege in der Abschwächung des Wachstums in den USA; auch wenn der Ölpreis sich nicht wesentlich nach unten bewegen sollte. Für dieses Jahr sagt er ein krasses Absinken des Bruttoinlandsprodukts in den USA von 5,1 % in 2000 auf nur noch 2 % voraus. Aber schon für das folgende Jahr prognostiziert er ein Wachstum von 3,2 %.



Im Euroland sieht Davies zwar eine Delle des Wirtschaftswachstums um 0,8 % auf 2,6 % für 2001. Ab 2002 sehen die Goldman-Analysten aber schon wieder einen Anstieg auf 2,8 %. Zudem gehe in Euroland die Arbeitslosigkeit weiter zurück.

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