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17.01.2003

08:43 Uhr

Investmentbank will 2003 in Deutschland Marktanteile gewinnen

Morgan Stanley macht Privatkundengeschäft zu schaffen

Die ersten Gehversuche von Morgan Stanley im deutschen Private Banking gestalten sich schwieriger als erwartet. Vor einem Jahr hatte die Frankfurter Niederlassung der US-Investmentbank den Einstieg in die Vermögensverwaltung für Wohlhabende angekündigt, doch das Geschäft läuft erst jetzt allmählich an.

mm/rob FRANKFURT/M. "Wir haben unsere Strategie noch einmal geändert",sagte Lutz Raettig, Vorstandschef von Morgan Stanley in Frankfurt, zur Verzögerung. Die Bank wolle sich nur noch auf die sehr vermögende Kundschaft ab einer Anlagesumme von rund fünf Millionen Euro konzentrieren. Zuvor hatte der Zielwert bei 250 000 Euro gelegen. Als Folge des Strategiewechsels hat Morgan Stanley im Private Banking 15 von rund 30 Arbeitsplätzen abgebaut. Das neu eröffnete Büro in Berlin steht vor der Schließung, übrig bleibt ein Büro in München und die Niederlassung in Frankfurt. Mit der neuen Strategie will Raettig im Private Banking innerhalb von zwei Jahren kostendeckend arbeiten. "Dafür, müssen wir 150 bis 200 Kunden gewinnen", sagte der Vorstandschef.

Das Geschäft mit den Reichen ist in Deutschland hart umkämpft. Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank und Hypo-Vereinsbank kommen zusammen nur auf einen Marktanteil von etwa 20 %. Harte Konkurrenz bekommen die vier Großbanken von Privatbankiers wie Sal. Oppenheim und Schweizer Instituten. Aber auch immer mehr US-Banken wollen sich einen Anteil am lukrativen Markt sichern.

Im Investmentbanking erwartet Morgan Stanley 2003 keine durchgreifende Besserung. "Wir sind aber zuversichtlich auch bei einer Stagnation Marktanteile gewinnen zu können", sagte Raettig. Dazu trage auch bei, dass einige angelsächsische Konkurrenten ihr Engagement am Finanzplatz Frankfurt reduziert hätten. 2002 belegte die Bank im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) in Deutschland nach der Deutschen Bank den zweiten Rang. Insgesamt war der M&A-Markt noch einmal um knapp 40 % eingebrochen. Die Krise im Investmentbanking zwang auch Morgan Stanley zum Personalabbau. "Allerdings haben wir in Deutschland im Vergleich zu den USA unterproportional gestrichen", sagte Raettig. Ob der Abbau in diesem Jahr weiter gehen werde, lasse sich derzeit noch nicht absehen.

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