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23.05.2000

14:44 Uhr

HB/vwd FRANKFURT/M. Es sind trotz der jüngsten Kurseinbrüche bei Biotechnologie- und Pharmawerten noch zu viele Spekulanten im Markt. Diese Meinung teilen einige der Fondsmanager, die Produkte managen, die sich auf diese Branchen konzentrieren. Zu dieser Gruppe zählt Nicole Körtge, die den DIT-Biotechnologie betreut. Der mit einem Volumen von über 1,7 Mrd. EUR größte Fonds im Konkurrenzvergleich kommt dank einer Jahresperformance von 125 % auf Platz fünf (Tabelle). In dieser Abrechnung per Ultimo Februar sind die Kursstürze noch nicht enthalten.

Bevor Körtge ihre zuletzt etwas defensivere Anlagestrategie überdenkt, möchte sie erst den Verlauf der Quartalsberichterstattung abwarten. Ähnlich sieht das auch René Nordmann aus dem Hause Oppenheim, das den sechstplatzierten Pharma/wHealth betreut. Nordmann kritisiert, dass seit Dezember 1999 die Kurse von Anlegern nach oben getrieben wurden, "die von der Materie nicht viel Ahnung haben". Es habe sich um klassische Zocker gehandelt, die nur auf den fahrenden Zug aufspringen wollten.

Körtge ist überzeugt, dass jetzt wieder fundamentale Faktoren in den Vordergrund rücken, etwa die Produktpipeline. In dieser Hinsicht sehr interessant sei die Biotech-Firma Immunex. Bei den deutschen Branchenvertretern setzt sie neben Evotec auch auf Qiagen. Sehr interessant findet Körtge außerdem die britische Oxford Glycosciences. Ihren aus Vorsichtsüberlegungen heraus recht hohen Anteil an eher defensiven Pharmaaktien (15 %) und die Barmittelquote (7 %) will sie erst bei einem positiven Verlauf der Berichtssaison abbauen. "Im Biotechsektor gibt es keinen Grund, den Kursen nachzulaufen, da es immer wieder günstige Einstiegschancen gibt", erklärt sie.

Gemessen an der üblichen Quote von 3 % weist auch der Pharma/wHealth-Fonds derzeit mit 13,2 % einen hohen Anteil an liquiden Mitteln auf. Dies resultiert aber in erster Linie daraus, dass per Ende März einer der vier Fonds-Beratergesellschaften ausgetauscht wurde. Deren Anteil muss nun erst von den drei verbliebenen Beraterfirmen, OrbiMed Advisor, Merlin BioMed und Wellington Asset Management, neu angelegt werden.

Zu den wichtigsten Erfolgsgaranten im Fonds zählten dabei aus der Pharmabranche Altana, Chugai Pharmaceutical und Eisai sowie aus dem Biotechsektor Alexion, Ares-Serono sowie Caliper. Das eigentliche Erfolgsrezept bei Anlagen im Biotechsektor besteht für Nordmann aber in einer möglichst breiten Streuung der Anlagemittel: "Da man in dieser Branche vor negativen Überraschungen nie gefeit ist, besitzen wir zur Risikominimierung zurzeit rund 120 verschiedene Aktien." Die Tabelle enthält keine Ratings, da die betrachtete kleine Fondsgruppe keine aussagekräftigen vergleichenden Bewertungen zulässt.



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