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02.06.2000

15:33 Uhr

Investor Börse

Banken geben Empfehlungen für Indizes des Neuen Marktes

Sektoren, die sich lohnen: Einige Banken geben bereits Empfehlungen für die Indizes des Neuen Marktes.

fs FRANKFURT. Wenn Marktbeobachter über die Aussichten der einen oder anderen Branche im Nemax sprechen sollen, kommen sie schon mal in Erklärungsnot. "Im Nemax gibt es Sektoren, in denen sich Werte diametral entgegengesetzt entwickeln", sagt Matthias Jörss, Aktienmarkt-Stratege der BHF Bank. So setzt er zwar auf das Software SER Systeme AG, -Haus würde aber dennoch nicht den zugehörigen Index empfehlen. Auch unter den mehr als 50 Werten des Internet-Index befinden sich so unterschiedliche Unternehmen wie T-Online (Internet-Portal) und Brokat Infosystems (Sicherheits-Software für E-Finance-Anwendungen). "Wir sind noch nicht entschlossen, ob wir uns an diesem Sektorindex orientieren sollen", sagt Jörss.

Viele Branchen werden auch durch ein einzelnes Schwergewicht stark beeinflusst. So zieht der Kursverlust einer EM.TV mit einem Gewicht von mehr als 40 Prozent im Sektor Medien und Entertainment wie Blei am gesamten Index. Zwei Empfehlungen gibt die BHF Bank gleichwohl ab: Discount-Broker, die den Löwenanteil des Index Finanzdienstleistungen ausmachen, sollten Anleger laut Jörss untergewichten. "Die Leute sind hier offenbar noch nicht aufgewacht und haben nicht bemerkt, wie viel niedriger die Broker woanders bewertet werden." Perspektiven biete dagegen nach wie vor der Sektor Biotechnologie.

Dresdner Kleinwort Benson empfiehlt dagegen den Sektor IT-Dienstleistungen. Als wichtigste Trends machen die Analysten eine Konsolidierung aus, ferner das Zusammenwachsen traditioneller und Web-spezifischer Dienstleistungen. Beides trage zum Potenzial der Branche bei. Verkaufen sollte man dagegen laut Dresdner Telekommunikations-Werte. Deren Papiere hätten ein hohes Bewertungsniveau und stünden zudem unter hohem Margendruck durch die überraschende Tarifsenkungsrunde im Festnetz.

Aktien des Bereichs Industriedienstleistungen sollten Anleger ebenfalls aus ihrem Portfolio entfernen. Obwohl Dresdner Kleinwort Benson hier keinen einheitlichen Trend sieht, bestünden die Firmen zum größten Teil aus Substanzunternehmen. Deshalb sei das Untergewichten relativ zum Neuen Markt gerechtfertigt. Ohnehin werden bei der erwarteten Erholung am Neuen Markt vor allem die wirklichen Wachstumswerte profitieren.

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