Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.01.2001

20:40 Uhr

Investoren abwartend

Deutsche Aktien mit leichten Verlusten

Der Deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag leichter geschlossen, was Händler unter anderem auf die Bekanntgabe eines negativen Geschäftsausblicks des finnischen Handyherstellers Nokia zurückführten. "Nach einem euphorischen Start heute Morgen, kam Nokia und mit den Technologiewerten ging's bergab", sagte Michael Foeller, Aktienhändler bei Concord Effekten.

rtr FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax), der am Vormittag bis auf ein Jahreshoch von 6 792 Punkten gestiegen war, beendete den Handelstag mit 6 739 Zählern um 0,17 % schwächer. Am Neuen Markt schloss der Blue-Chip-Index der Wachstumswerte Nemax 50 um 0,63 % tiefer bei 2 834 Zählern, der alle Werte des Segments umfassende Nemax-All-Share gab 0,36 % auf 2 827 Punkte nach. Die Investoren hätten sich im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed abwartend gezeigt, beschrieb ein weiterer Händler die Stimmung. Die Umsätze an beiden Marktsegmenten seien nicht sehr hoch, hieß es.

Die US-Notenbank Fed hat ihr zweitägiges geldpolitisches Treffen am Dienstagnachmittag (MEZ) begonnen, eine Zinsentscheidung wird für Mittwochabend erwartet. Besonders nach den Äußerungen von Fed-Präsident Alan Greenspan in der vergangenen Woche über ein mögliches Null-Wachstum in den USA rechnen Analysten nahezu einstimmig mit einer kräftigen Leitzinssenkung um 50 Basispunkte. Die US-Märkte tendierten bei Frankfurter Börsenschluss uneinheitlich. Der Dow-Jones-Index lag mit knapp einem Prozent im Plus, der technologielastige Nasdaq-Index gab 0,3 % ab. "An der Nasdaq kann man eine Überkaufsituation beobachten", sagte Foeller. "Deswegen sehen derzeit die Werte der Old Economy einfach besser aus", fügte er hinzu.

Siemens-Aktie unter Druck



Unter Druck geriet die Siemens -Aktie, nachdem Nokia einen negativen Geschäftsausblick gegeben hatte. Das Siemens-Papier schloss 1,6 % schwächer auf 151,30 Euro. Der finnische Mobiltelefon-Hersteller hatte zwar mitgeteilt, im vierten Quartal seinen Gewinn stärker als von Analysten erwartet gesteigert zu haben. Gleichzeitig senkte das Unternehmen aber seine Absatzprognose für das laufende Jahr, was von Händlern als negativ bewertet wurde. "Das wird jetzt eine Menge Herunterstufungen auslösen", sagte ein Londoner Telekomanalyst. Kursabschläge von 1,9 % auf 89,03 Euro mussten auch die Titel von Epcos hinnehmen.

Nach der Ankündigung eines umfassenden Stellenabbaus bei ihrer US-Tochter Chrysler am Montag stand die Aktie von Daimler-Chrysler auch am Dienstag unter Druck. Finanzexperten begründeten dies vor allem mit Gewinnmitnahmen. Die Aktie des Stuttgarter Konzerns ging als größter Verlierer mit einem Abschlag von 3,4 % auf 49,84 Euro aus dem Handel. Die Aktien des Essener Energiekonzerns RWE verbuchten einen Kursverlust von 2,4 % auf 42,75 Euro. Händler sagten, das Übernahmeangebot, das RWE für die spanische Cantabrico vorzulegen gedenke, sei zu teuer. "Die überlegen sich jetzt ein höheres Angebot und könnten damit zu viel für Cantabrico bezahlen", sagte ein Händler. Deutschlands größter Energiekonzern hatte zuvor mitgeteilt, ein Gegenangebot für den viertgrößten spanischen Energiekonzern Hidroelectrica del Cantabrico zu prüfen. Auf der Gewinnerseite im Dax standen mehrheitlich defensive Werte, wie MAN , die um 5,6 % zulegten, Thyssen-Krupp , die sich um rund zwei Prozent verteuerten und Linde , die 1,5 % gewannen.

Adidas unter den Gewinnern



Zu den großen Gewinnern im Dax gehörten auch die Titel von Adidas , die um 3,8 % auf 77,33 Euro anzogen. Händler begründeten dies unter anderem damit, dass die Titel günstiger als die des US-Konkurrenten Nike bewertet seien. Zudem habe die Aktie einen charttechnischen Widerstand bei 75,50 Euro durchbrochen. Einem Börsianer zufolge munkelte man am Markt, es gäbe zusätzliche Kauforders, um den Wert im Dax zu halten. Die Aktie der Deutschen Post wird voraussichtlich ab Mitte Februar Adidas im Dax ersetzen.

Die Titel der Deutschen Telekom gingen mit einem Plus von 0,8 % auf 36,2 Euro aus der Sitzung. Die "Financial Times Deutschland" hatte am Dienstag berichtet, der Konzern werde ein deutliches Wachstum bei Vorsteuerergebnis (EBITDA) bis 2004 erzielen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×