Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2002

22:47 Uhr

Investoren fürchten Gewinnwarnungen

Sorgen um Unternehmensgewinne belasten US-Börsen

Sorgen der Anleger vor einer schwachen Bilanzsaison haben am Montag an den New Yorker Aktienmärkten nach Händlerangaben einzelne positive Unternehmensnachrichten überschattet und zu Kursverlusten geführt.

Reuters NEW YORK. Zwar könne ab dem zweiten Quartal 2002 mit einer Erholung der Firmengewinne gerechnet werden, doch rüste man sich für ein schwaches abgelaufenes viertes Quartal, sagten Börsianer. Der Dow-Jones-Index schloss 0,61 Prozent schwächer bei 10 197,05 Punkten. Die US-Technologiebörse Nasdaq, die im frühen Handel noch deutlich zugelegt hatte, verlor 1,08 Prozent auf 2 037,11 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,65 Prozent auf 1 164,89 Zähler nach.

"Der Markt hatte eine sehr starke Aufwärtsbewegung in den ersten drei Handelstagen des neuen Jahres", sagte Robert Stovall, Analyst bei Prudential Securities. "Die Begeisterung der vergangenen Woche kann nicht weitergehen." Wenn der Dow-Jones-Index aber im weiteren Jahresverlauf so kräftig wie in zu Jahresbeginn ansteige, könne er 30 000 Punkte bis Ende 2002 erreichen, fügte Stovall hinzu.

Die Investoren fürchteten weitere Warnungen der Unternehmen vor niedrigeren Gewinnen im Vorfeld der ab Mitte Januar beginnenden Bilanzsaison, hieß es auf dem Parkett. An der vorsichtigen Haltung der Anleger habe auch die Prognose des Computerkonzerns Compaq wenig geändert. Der weltweit zweitgrößte PC-Hersteller hatte zuvor mitgeteilt, er rechne entgegen früherer Prognosen für das abgelaufene vierte Quartal des Geschäftsjahres mit einem Gewinn und einer Steigerung der Umsätze auf rund acht Milliarden Dollar. Die Aktie legte 2,55 Prozent auf 11,68 Dollar zu.

Von den bisher insgesamt 1217 Ankündigungen der Unternehmen für die kommende Bilanzsaison waren nach Angaben von Thomson Financial/First Call 25 Prozent positiv, verglichen mit durchschnittlich 16 Prozent in den ersten drei Quartalen 2001. Dennoch rechnen die von Thomson Financial/First Call befragten Analysten damit, dass die Firmengewinne im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent niedriger liegen. Dies wäre die schlechteste Bilanzsaison seit mehr als zehn Jahren.

Die Aktie des Telekommunikationsausrüsters Lucent Technologies gab 2,11 Prozent auf 6,95 Dollar nach und war der am meisten gehandelte Wert an der New York Stock Exchange. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, die bisherige Chefin von Eastman Kodak, Patricia Russo, werde zum neuen Chief Executive Officer (CEO) ernannt. Russo hatte bereits 20 Jahre lang bei Lucent und AT&T gearbeitet, bevor sie im April als Präsidentin und CEO bei der Sanierung des Fotokonzerns Kodak mitgewirkt hatte.

Bei den Standardwerten gaben die Aktien des Getränkekonzerns Coca-Cola rund 2,6 Prozent auf 45,22 Dollar ab. Die US-Investmentbank JP Morgan hatte die Titel des Dow-Wertes zuvor auf "market perform" von "long-term buy" heruntergestuft. Die Erwartungen für das Unternehmen seien angesichts der schwachen Wirtschaft zu hoch, begründete JP Morgan den Schritt.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,31 Milliarden Aktien den Besitzer, dabei überwogen 1682 Verlierer 1464 Gewinner, und 177 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,11 Milliarden Aktien 2006 Titel im Plus, 1653 im Minus und 268 unverändert.

Am US-Rentenmarkt notierten die richtungweisenden zehnjährigen Bonds zuletzt 15/32 im Plus bei 99-17/32 Punkten und erbrachten eine Rendite von rund 5,06 Prozent. Die 30-jährigen Titel wurden 23/32 höher auf 9-7/32 bewertet und rentierten mit 5,50 Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×