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01.07.2000

16:25 Uhr

Investorengruppe will bei Fusion das Wohl der Aktionäre berücksichtigt wissen

Commerzbank dementiert Cobra-Kaufpläne

Die Commerzbank hat einen Bericht zurückgewiesen, sie wolle gemeinsam mit der Dresdner Bank in einer konzertierten Aktion die Cobra-Gruppe schwächen. Deren Chef sagte inzwischen, Cobra werde eine Fusion nur akzeptieren, wenn damit ein Mehrwert verbunden sei.

ap FRANKFURT/MAIN. Die Commerzbank hat einen Bericht der "Welt" zurückgewiesen, wonach das Geldhaus gezielt an Aktionäre der Cobra-Gruppe zwecks Aktienkaufs herangetreten ist. "Wir sind hier nicht aktiv geworden. Wir sind nicht an Cobra-Aktionäre herangetreten", sagte ein Sprecher am Samstag auf Anfrage. "Die Welt" hatte berichtet, Dresdner und Commerzbank versuchten, Cobra-Aktien an der Commerzbank zu erwerben. Cobra hält 17 % der Anteilsscheine. Unterdessen tagt der Commerzbank-Vorstand an diesem Wochenende, um die weitere Strategie zu beraten.

Dabei handelt es sich dem Commerzbank-Sprecher zufolge um ein routinemäßiges Treffen, das zwei Mal jährlich stattfindet. In Bankenkreisen hieß es, die bisherigen Gespräche zwischen den beiden Fusionskandidaten verliefen in einem sehr positiven Ton. Laut "Handelsblatt" haben sich beide Seiten bereits auf die Grundzüge der Strategie geeinigt. Geplant sei eine Filial- und Investmentbank. Im Retailgeschäft werde die deutsche Marktführerschaft angestrebt. E-Commerce solle ein zentrales Feld werden, mit der Commerzbank-Tochter comdirect als wichtiger Säule.

Die "Welt am Sonntag" berichtete, die mögliche Fusion könne am Veto der Cobra scheitern. Deren Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann sagte der Zeitung: "Bringt die Fusion keinen Mehrwert für die Aktionäre, werden wir uns auf der außerordentlichen Hauptversammlung gegen die Fusion aussprechen und diese zu verhindern wissen." Notfalls werde man Commerzbank-Aktien kaufen oder institutionelle Investoren um Unterstützung bitten.

Seitdem über eine Fusion der beiden Häuser diskutiert werde, sei der Kurs der Commerzbank nach unten gegangen. "Ich habe den Eindruck, dass das gewollt ist", sagte Hofmann der Zeitung mit Blick auf die Dresdner Bank, die bei einer möglichen Fusion das führende Institut werden könnte. "Das aktuelle Kursniveau beunruhigt uns aber noch nicht", sagte der Cobra-Geschäftsführer weiter.

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