Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.03.2003

07:33 Uhr

Irak-Konflikt und unsichere Konjunktur

Rohstoffpreise in Bewegung

Die globalen Rohstoffmärkte sind in den vergangenen zwölf Monaten und im laufenden Jahr durch die Irak-Krise, die unsichere globale Konjunkturentwicklung und den schwachen US-Dollar teils stark in Bewegung geraten.

HB/dpa NEW YORK. Der drohende Irak-Krieg und der lange Ölarbeiterstreik in Venezuela haben die Energiepreise rasant in die Höhe getrieben. Sicherheitskäufe der Investoren wegen der Irak-Krise und der Baisse an den internationalen Aktienbörsen haben Gold und Platin neuen Glanz verschafft.

Die Preisveränderungen bei den anderen Metallen blieben wegen der weltweiten Konjunkturflaute relativ gering. Zucker, Weizen, Mais, Sojabohnen und Kakao haben sich in New York verteuert, dagegen wurde Kaffee billiger.

Der CRB Bridge-Rohstoffindex ist binnen Jahresfrist um 22 % gestiegen und hat dabei seit Anfang 2003 um knapp 5 % zugelegt. Die Energiepreise schossen seit März vergangenen Jahres im Schnitt um mehr als 60 % in die Höhe. Im laufenden Jahr legten sie um durchschnittlich 22 % zu. Die Edelmetallpreise stiegen in den vergangen zwölf Monaten durchschnittlich um 20 % und in diesem Jahr um knapp zwei Prozent.

Die Preise für industrielle Metalle liegen dagegen derzeit im Schnitt nur um rund zwei Prozent höher als vor einem Jahr. Sie haben aber im laufenden Jahr um sechs Prozent zugelegt. Die Agrar-Rohstoffpreise sind seit März des Vorjahres im Schnitt um 19 % gestiegen, doch stagnieren sie seit Jahresanfang 2003 wegen des harten Wettbewerbs auf den Weltmärkten.

Sollte ein Irak-Krieg rasch und ohne Komplikationen für die Amerikaner zu Ende gehen, erwarten Rohstofffachleute einen deutlichen Rückgang der Rohöl- und der Goldpreise. Dauert der Krieg länger, dürfte er die globale Konjunktur voraussichtlich stark beeinträchtigen. Die Ölpreise könnten weiter steigen, während die Nachfrage nach anderer Rohstoffen leiden dürfte.

Rohöl hatte in den vergangenen Tagen in New York mit fast 40 Dollar je Barrel (159 Liter) das höchste Preisniveau seit dem Golfkonflikt im Oktober 1990 erreicht. Ein längerer Irak-Krieg oder neue Terroranschläge könnten die Rohölpreise auf über 50 Dollar treiben. US-Rohöl zur Sofort-Auslieferung kostet zurzeit in New York rund 37 Dollar gegenüber 22 Doller vor einem Jahr. Die amerikanischen Benzin-, Heizöl- und Erdgaspreise haben sich in den vergangenen zwölf Monaten verdoppelt.

Der Kassa-Goldpreis liegt in New York bei rund 355 Dollar je Feinunze gegenüber 292 Dollar vor einem Jahr. Der US-Platinpreis hat sich nicht zuletzt wegen der starken Nachfrage der Autoindustrie, die das wertvolle Metall für Katalysatoren benötigt, erheblich auf 709 Dollar je Feinunze erhöht gegenüber 524 Dollar vor einem Jahr. Silber ist dagegen nur leicht von 4,53 Dollar auf 4,71 Dollar je Feinunze gestiegen.

Stahlschrott verteuerte sich in den USA wegen der 30-prozentigen Sonderzölle auf viele ausländische Stahlprodukte um fast 50 %. Dagegen haben sich die Aluminium-, Kupfer-, Blei- und Zinkpreise nach erheblichen Schwankungen im Verlauf der vergangenen zwölf Monate im Jahresschnitt nur wenig verändert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×