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03.04.2003

17:27 Uhr

Irak-Krieg wirkt sich negativ aus

ISM-Service-Index überraschend deutlich gesunken

Die Geschäftstätigkeit im US-Dienstleistungssektor ist im März erstmals seit Januar 2002 wieder geschrumpft. Der überraschend starke Rückgang zeigte Analysten zufolge einmal mehr, dass sich die weltgrößte Volkswirtschaft bereits vor Beginn des Irak-Kriegs vor gut zwei Wochen stark abgeschwächt hatte.

Reuters NEW YORK. Der am Donnerstag vorgelegte Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) sank auf 47,9 von 53,9 Punkten im Februar und signalisierte mit einem Stand von unter 50 Zählern eine rückläufige Geschäftstätigkeit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf lediglich 52,3 Punkte gerechnet. Sie schlossen eine Stagnation der US-Wirtschaft nicht aus, sollte der Irak-Krieg länger andauern. An den Finanzmärkten sorgten die sonst stark beachteten Daten kaum für Reaktionen, da der Irak-Krieg weiter im Fokus stand.

Der Index für Neuaufträge - ein Indikator für das künftige Geschäft - sank den Angaben nach im März auf 47,7 (Februar 53,0) Punkte. Auch in Deutschland und der Euro-Zone rutschten die Dienstleister im März einer Reuters-Umfrage zufolge noch tiefer in die Rezession, da die Zahl der Neuaufträge eingebrochen war. Die befragten Dienstleister führten dies auf die Unsicherheit im Zuge des Irak-Kriegs sowie die weltweite Konjunkturflaute zurück.

Analysten sagten, die ISM-Daten bedeuteten nichts Gutes für die am Freitag erwarteten US-Arbeitslosenzahlen für März. Sie rechnen mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,9 %. Auch im Dienstleistungssektor, der den größten Teil der US-Wirtschaft ausmacht, beschleunigte sich der Stellenabbau vergangenen Monat weiter. Der entsprechende Index sank auf 47,9 von 49,0 Punkten im Februar.

Analysten sagten, die Daten stellten der US-Konjunktur kein gutes Zeugnis aus. "Es gibt offenbar eine breite Schwäche der Wirtschaft", sagte Alan Ruskin von 4Cast in New York auch mit Blick auf die in dieser Woche veröffentlichten schwachen ISM-Daten für die US-Industrie. "Das Wirtschaftswachstum, das im ersten Quartal wohl um rund ein Prozent gelegen hat, dürfte sich wieder verlangsamen. Bestenfalls liegt es gerade mal knapp über null Prozent." Die Daten seien der beste Beweis dafür, dass die Wirtschaft im Falle eines längeren Krieges wieder schrumpfen werde.

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