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12.03.2003

15:32 Uhr

Irak-Krise weiter im Mittelpunkt des Anlegerinteresses

US-Konjunkturdaten stützen Dollarkurs

Das geringer als erwartet ausgefallene US-Handelsbilanzdefizit hat dem Dollar am Mittwoch leichten Auftrieb verliehen. Das Hauptaugenmerk der Anleger liege jedoch nach wie vor auf den Bemühungen um einen Kompromiss für eine erneute Resolution des Uno-Sicherheitsrates zum Irak, sagten Händler.

Reuters LONDON. "Die großen Währungen befinden sich im Wartestand, da jeder abwartet, was bei der Uno geschieht", sagte der Ökonom Paul Robson von Bank One. Ein militärischer Alleingang der USA sei in den Kursen allerdings schon enthalten. Im Falle eines US-Militärschlags im Alleingang oder mit nur geringer internationaler Unterstützung müssten die USA die Kriegskosten weitgehend allein tragen.

Aufgekommene Gerüchte um die angebliche Festnahme des Moslem-Extremisten Osama bin Laden verhalfen der US-Währung nur zu kurzzeitigen Gewinnen zum Euro. Inzwischen wurden entsprechende Medienberichte allerdings von den USA und Pakistan dementiert.

Am frühen Nachmittag lag der Euro bei 1,1015/20 Dollar, nach einem Stand von 1,1042/48 Dollar bei Handelsschluss in New York am Vortag. Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,1033 (Vortag 1,057) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,1028 (1,1080) Dollar.

Nach vorangegangenen Veto-Drohungen Frankreichs und Russlands sind die USA und Großbritannien offenbar zu Kompromissen im Zusammenhang mit einer erneuten Uno-Resolution bereit. In ihrem ursprünglich eingebrachten Entwurf hatten die beiden Staaten Irak bis zum 17. März Zeit gegeben, um die Abrüstungsforderungen der Uno zu erfüllen und damit einen Krieg abzuwenden.

Das Defizit der USA im Handel mit Waren und Dienstleistungen fiel dem Handelsministerium zufolge im Januar auf 41,12 Milliarden Dollar, nach 44,88 Milliarden im Vormonat. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 42,76 Milliarden Dollar prognostiziert.

Zum Yen konnte die US-Währung am Mittwoch ebenfalls zulegen und kostete zuletzt 117,26/32 Yen. Getrieben wurde diese Erholung Händlern zufolge von Spekulationen um erneute Interventionen der japanischen Regierung, um den hohen Yen-Kurs zu drücken.

Im vergangenen Monat hatte das japanische Finanzministerium bekannt gegeben, im Januar und Februar mehrfach Yen verkauft zu haben. Marktteilnehmer gingen allerdings allgemein davon aus, dass die Regierung auch im März wiederholt interveniert habe.

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