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24.01.2002

10:49 Uhr

Israelischer Minister: Hisbollah will Gewalt eskalieren lassen

Israel will sich nicht provozieren lassen

Die libanesische Schiiten-Miliz Hisbollah will Israel nach Einschätzung der israelischen Armee durch ihre Angriffe im israelisch-libanesischen Grenzgebiet in einen größeren Nahost- Konflikt verwickeln.

dpa TEL AVIV. Einen Tag nach dem Raketenangriff der von Iran unterstützen Miliz auf einen israelischen Stützpunkt im Grenzgebiet zwischen Israel, Libanon und Syrien sagte Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser am Donnerstag im Armeesender, der jüngste Angriff sei der "unverschämte Versuch einer Eskalation".

Israel hatte nach dem Raketenbeschuss in dem zwischen Israel und der Hisbollah umstrittenen Gebiet der Schebah-Farmen Stellungen der Hisbollah in Südlibanon mit Kampfflugzeugen und Hubschraubern angegriffen. Beide Seiten lieferten sich längere Artillerie-Gefechte. Zuvor hatte die Hisbollah versucht, ein unbemanntes israelisches Aufklärungsflugzeug (Drone) abzuschießen.

Ben-Elieser forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Hisbollah-Attacke zu verurteilen. Die Miliz und Syrien, das nach israelischer Ansicht hinter den Angriffen steht, müssten in ihre Schranken gewiesen werden, meinte der Minister.

Israel hatte seine Truppen im Mai 2000 nach 18-jähriger Besetzung aus der so genannten Sicherheitszone in Süd-Libanon abgezogen. Die Vereinten Nationen legten danach die Grenze zwischen beiden Ländern neu fest. Libanon fordert jedoch den zusätzlichen Abzug Israels von den so genannten Schebah-Farmen im Grenzdreieck zwischen Libanon, Syrien und Israel. Die UN unterstützen Israels Position, dass der Status des 1967 von Syrien eroberten Gebiets in künftigen Friedensverhandlungen mit Damaskus geklärt werden muss.

Seit dem israelischen Abzug aus Süd-Libanon sind im Bereich der Schebah-Farmen drei israelische Soldaten durch Sprengsätze und Raketenbeschuss der Hisbollah getötet und drei weitere entführt worden. Sie wurden von Israel inzwischen für tot erklärt.

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