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30.01.2003

17:30 Uhr

IT-Branchenverband Bitkom nimmt Stellung

"Internetnutzung in Deutschland nur durchschnittlich"

Auch wenn 2003 bereits jeder zweite Deutsche das Internet nutzen wird, sieht der IT-Branchenverband Bitkom beim Umgang mit neuen Technologien noch erheblichen Nachholbedarf.

Reuters MÜNCHEN. "Bei der PC-Verbreitung und Internetnutzung liegt Deutschland im internationalen Vergleich lediglich im Mittelfeld", sagte Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder am Donnerstag in München. Die IT-Ausgaben pro Kopf befänden sich auf einem niedrigen Niveau und stiegen derzeit kaum. Rohleder forderte den Staat auf, die Verbreitung von Computern aktiv zu unterstützen. Zugleich plädierte er dafür, das deutsche TV-Kabelnetz nach dem Verkauf an US-Investoren zügig aufzurüsten. Fehlende Investitionen hätten dazu geführt, dass bislang ein schneller Internet-Zugang über das Kabelnetz nicht möglich ist.

Nach Rohleders Worten hatten im vergangenen Jahr nur 35 Prozent der deutschen Haushalte einen PC, während es in den USA 86 Prozent waren. Staatliche Maßnahmen könnten die Anschaffungen von Computern unterstützen, indem beispielsweise nach schwedischem Vorbild Unternehmen ihren Angestellten die Geräte steuerfrei schenken dürften, sagte Rohleder.

Obwohl 2003 bereits jeder zweite Bundesbürger im Internet unterwegs sein werde, sei die Nutzung im internationalen Vergleich nur durchschnittlich, sagte der Bitkom-Geschäftsführer weiter. In den skandinavischen Staaten und den USA gingen über 60 Prozent der Bürger ins Internet. Und während in Deutschland pro Kopf im Schnitt 1500 Euro jährlich für Computer und Telekommunikation aufgewandt würden, gäben Schweizer Unternehmen und Privatleute mit rund 2800 Euro nahezu doppelt soviel aus.

Einen weltweiten Spitzenplatz nimmt Deutschland den Angaben zufolge bei schnellen Internetverbindungen über bestehende Telefonleitungen (DSL) ein. Die Monopolstellung der Deutschen Telekom AG mit einem Marktanteil von rund 95 Prozent wirke sich dabei bislang nicht negativ aus, so Rohleder.

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