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04.07.2000

19:01 Uhr

mab/hst MAILAND/STOCKHOLM. In Italien und Skandinavien, den Regionen mit der größten Mobilfunkdichte in Europa, stoßen die Mobilcom-Pläne auf Skepsis. In Italien setzen die Mobilfunkbetreiber auf Kooperationen mit Finanzdienstleistern. Im Vorfeld der Versteigerung von 5 UMTS-Lizenzen für die Mobiltelefonie haben sich die Gespräche zwischen Telefonunternehmen und Geldhäusern verstärkt. "Wir wollen die Banken nicht ersetzen, sondern mit ihnen zusammenarbeiten" - sagt ein Sprecher des Marktführers TIM (Telecom Italia Mobile). Der größte Mobilfunkbetreiber Europas hat bereits mit diversen Instituten Vereinbarungen unterzeichnet, um den Kunden Bankdienstleistungen per Handy anzubieten. Besonders zukunftsweisend ist ihre Allianz mit der Online-Bank Fineco. Sie ermöglicht mobile Börsengeschäfte per WAP-Handy. Auch die zum Vodafone-Konzern gehörende Omnitel arbeitet mit führenden Direktbanken zusammen und plant eigene Finanzdienstleistungen zu entwickeln. Jüngst wurde bei Omnitel eine Abteilung "Financial Services" gegründet, die von einem ehemaligen Direktor der Kreditkartenfirma Americard geleitet wird.



Die wichtigste Schnittstelle zwischen Banken und Mobilfunkfirmen bleiben aber vorerst die in Italien sehr verbreiteten wiederaufladbaren Telefonkarten für Handies. Sie können an den meisten Geldautomaten aufgeladen werden.



Auch im Handy-besessenen Nordeuropa setzen die Mobilfunkbetreiber auf Kooperationen mit den Banken. In Skandinavien liegt die Handy-Verbreitung deutlich über 60 %, die Mobilfunkbetreiber bieten bereits seit Jahren Internet-Banking. "Wir wollen uns lieber auf unser Kerngeschäft, die Telefonie, konzentrieren", erklärte Lars-Johan Jarnheimer, Chef des zweitgrößten schwedischen Mobilfunkanbieters Tele2. Auch bei der gerade an die Börse gegangenen Telia zeigte man sich überrascht über den Schritt von Mobilcom. "Nein, wir haben solche Pläne nicht", erläuterte eine Unternehmenssprecherin. Bei dem schwedischen Mobilfunkbetreiber Europolitan, der zu Vodafone Airtouch gehört, erklärte CFO John Townsend dem Handelsblatt, dass sein Unternehmen derzeit "alle Möglichkeiten untersucht". Bisher sei aber auch Europolitan Partnerschaften mit schwedischen Banken eingegangen, um den Kunden Bankgeschäfte via Handy ermöglichen zu können. Die finnische Sonera arbeitet seit vielen Jahren mit mehreren finnischen Banken zusammen. Sogar die Kreditvergabe kann via Handy vorgenommen werden.

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