Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2003

17:25 Uhr

IVW veröffentlicht Zahlen

Zeitungen leiden unter Auflagenschwund

Die Krise im Mediengewerbe macht sich nicht nur in weniger Anzeigenaufträgen bemerkbar. Auch die Auflagen schwinden.

dpa HAMBURG. Die Auflagen der aktuellen Zeitschriften und Magazine sowie der überregionalen Tageszeitungen sind insgesamt weiter rückläufig. Das ergibt sich aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) für das letzte Quartal 2002. Unter den aktuellen Magazinen behauptete "Der Spiegel" seine führende Stellung vor "Stern" und "Focus", allerdings holte "Focus" gegenüber den beiden Hamburger Blättern auf.

"Der Spiegel" verkaufte im 4. Quartal durchschnittlich 1,085 Mill. Exemplare und damit 1,9 % weniger als im Vorjahresquartal (1,106 Millionen), der "Stern" 1,041 (1,085) Mill. (minus 4,0 %) und "Focus" 753 000 (730 000 - plus 3,0 %). Unter den Publikumszeitschriften verlor die "Bunte" 3,0 % von 758 000 auf 735 000, während "Gala" um 4,1 % auf 333 000 (319 000) zulegte. Die "Neue Revue" steigerte sich um 7,6 % auf 317 000 (295 000), die besonders in Ostdeutschland verbreitete "Super Illu" verlor 3,0 % von 602 000 auf 584 000.

Während die überregionalen Tageszeitungen insgesamt verloren, verbuchte die "Financial Times Deutschland" ein Auflagenplus von 14,4 % (von 78 000 auf 89 000). Die "Süddeutsche Zeitung" legte 1,8 % zu und kam auf 438 000 (430 000). Ein deutliches Minus von 16,3 % musste "Die Welt" hinnehmen, die eine Auflage von 210 000 (251 000) erreichte. Die "Frankfurter Rundschau" kam auf 183 000 (190 000 - minus 4,0 %), das "Handelsblatt" auf 142 000 (153 000 - minus 7,4 %) und die "tageszeitung" auf 59 000 (63 000 - minus 5,9 %). Europas meistgelesene Zeitung "Bild" verlor 6,9 % ihrer Auflage, die mit 3,952 (4,247) Mill. erstmals seit fast drei Jahrzehnten unter der Vier-Millionen-Marke lag.

Auch die "Bild am Sonntag" hatte mit 2,163 Mill. weniger Käufer als ein Jahr zuvor (2,334 Mill. - minus 7,3 %). Die "Welt am Sonntag" kam auf 411 000 (427 000 - minus 3,8 %). Die Wochenzeitung "Die Zeit" konnte um 1,6 % zulegen und erreichte 450 000 (442 000).

Auflagenrückgänge auf breiter Front gab es auch bei den Programmzeitschriften. Marktführer "TV Movie" verlor 4,1 % und kam auf 2,351 (2,452) Millionen. Auf Platz zwei rangierte "TV 14" mit 2,244 (2,140) Mill. und einem Plus von 4,9 %, gefolgt von "TV Spielfilm" mit 2,101 Mill. (2,209 - minus 4,9 %). Den insgesamt 19,232 (20,079) Mill. verkauften Programmzeitschriften stehen 15,392 (15,592) Mill. so genannter Supplements gegenüber, die als kostenlose Beilagen in Tageszeitungen mitgeliefert werden.

Während bei den Wirtschaftstiteln die Auflagen ebenfalls zurückgingen, gab es dort auch gegenläufige Entwicklungen. So legte "Capital" um 7,5 % auf 220 000 (205 000) Exemplare zu, "Focus Money" um 7,8 % auf 145 000 (134 000) und die "Wirtschaftswoche" um 4,2 % auf 194 000 (186 000).

Unterschiedliche Trends gab es auch bei den Frauenzeitschriften. Während die wöchentlich und 14-tägig erscheinenden Titel überwiegend Rückgänge verzeichneten, legten etliche Monatszeitschriften zu. So steigerte etwa "Allegra" die Auflage um 19,4 % auf 229 000 (192 000), "Marie Claire" um 16,8 % auf 151 000 (129 000) und "Petra" um 17,9 % auf 304 000 (258 000). Der Titel "Joy" setzte die rasante Entwicklung des vergangenen Jahres auch im letzten Quartal fort und erreichte mit 451 000 einen Zuwachs von 222 % gegenüber dem Vorjahresquartal (140 000).

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×