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07.02.2003

17:08 Uhr

Jäggi: „Langer Weg“

Investor oder Insolvenz

Auf dem steinigen Weg zur Sanierung tritt der von rund 40 Mill. ? Schulden gebeutelte Fußball- Bundesligist 1. FC Kaiserslautern weiter auf der Stelle. Die achtstündige Sitzung am Donnerstag mit Vertretern des Clubs, des Landes Rheinland-Pfalz, der Stadt Kaiserslautern und der Gläubiger- Banken lässt das pfälzische Krisenmanagement weiter auf dem Status quo stagnieren, der da heißt: Entweder es findet sich ein finanzkräftiger Investor zur Übernahme des (noch) vereinseigenen Fritz-Walter-Stadions oder die Einleitung eines Insolvenzverfahrens ist unumgänglich. Andere Alternativen sind nicht in Sicht.

HB/dpa KAISERSLAUTERN. "Es war nicht zu erwarten, dass ein solch großes und schwieriges Projekt auf die Schnelle geschultert wird. Das Ergebnis lässt dem 1. FCK eine Perspektive", sagte der FCK-Vorstandsvorsitzendes René C. Jäggi am Freitag. Das Gespräch sei von großem Ernst und der Bereitschaft aller geprägt gewesen, für den FCK voran zu kommen. Jäggi: "Wir sind mitten auf einem langen Weg. Das ist kein Spaziergang."

"Es fehlt eine Person, die freimütig viel Geld auf den Tisch legt. Es ist bisher keine Lösung zur Rettung des Clubs in Sicht. Die Stadt kann nicht alles machen", erklärte Kaiserslauterns Oberbürgermeister Bernhard Deubig, der wie der Vertreter des Landes, Finanzstaatssekretär Ingolf Deubel, die Sitzung frühzeitig verließ. Die fast fluchtartige Absetzbewegung von der Tagungsstätte Betzenberg ließ den Schluss zu, dass Stadt und Land nur ihren Standpunkt wiederholten, keine zusätzlichen Mittel zur Rettung des einstigen Renommierclubs locker machen zu können. "Man soll kein gutes Geld Schlechtem hinterher werfen", hatte Deubig, der auch im Aufsichtsrat des FCK sitzt, zuvor in einem Rundfunk-Interview (SWR) gesagt.

Die unlängst bekannt gewordenen horrenden Steuernachzahlungen in Höhe von 12,9 Mill. ? haben das vom FCK-Vorstand um Club-Chef Jäggi ausgearbeitete Sanierungskonzept wieder über den Haufen geworfen. Der von der Saarbrücker Wirtschaftsprüfungsgesellschaft "PricewaterhouseCoopers Deutsche Revision" vorgestellte Sanierungsplan muss neu überarbeitet werden. Denn die vom Finanzamt ausgestellten Lohnsteuer-Haftungsbescheide haben eine neue Sachlage geschaffen und die Belastungen für die einzelnen Parteien erhöht.

Eine auf der Krisensitzung ins Leben gerufene "Task Force" mit Vertretern aller Parteien soll jetzt die von allen bevorzugte Lösung einer Projekt-Gesellschaft für den Stadion-Erwerb "zur Entscheidungsreife" ausarbeiten. Denn generell sind sich alle an der schwierigen Mission Beteiligten darüber einig, die drohende Insolvenz vom Verein abzuwenden.

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