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08.06.2000

09:53 Uhr

Jagoda sieht aufkeimende Hoffnung für den Osten

Im Mai 200.000 weniger Arbeitslose in Deutschland

Wie die Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit heute mitteilte, waren Ende vergangenen Monats noch 3,788 Mill. Menschen ohne Arbeit

afp NÜRNBERG. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr um rund 200.000 zurückgegangen. Der Präsident der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, wertete dies am Donnerstag als "deutliche" Abnahme. Im Westen schlage der konjukturelle Aufschwung durch, im Osten mache ein reger Auftragseingang Hoffnung. AFP dokumentiert die wichtigsten Informationen aus dem Monatsbericht der Bundesanstalt:

BUNDESWEIT sank die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auf 3.788. 300, 209.800 weniger als vor einem Jahr und 198.000 weniger als im April. Die Arbeitslosenquote verringerte sich binnen Jahresfrist von 10,2 auf 9,3 Prozent. Im April hatte die Arbeitslosenquote noch 9,8 Prozent betragen.

SAISONBEREINIGT nahm die Zahl der Arbeitslosen im Mai um 27.000 ab, nachdem im April nur eine Abnahme um 8000 und im März sogar ein Zuwachs um 10.000 registriert worden war.

IN DEN ALTEN BUNDESLÄNDERN registrierten die Arbeitsämter Ende April 2.459.100 Arbeitslose. Damit sank die Zahl deutlich gegenüber April um 126.700. Im Vergleich zum Mai 1999 registrierte die Nürnberger Behörde eine Abnahme um 236.000. Die West-Arbeitslosenquote verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr somit von 8,6 auf 7,5 Prozent. Im März hatte die Quote noch 7,9 Prozent betragen.

IN DEN NEUEN LÄNDERN wurden 1.329.200 Arbeitslose gezählt. Dies waren 71.300 weniger als im April, aber 26.200 mehr als ein Jahr zuvor. Die Ost-Arbeitslosenquote ging im Jahresvergleich nur minimal von 17,0 auf 16,9 Prozent zurück. Gegenüber April, als noch eine Quote von 17,8 Prozent verzeichnet worden war, fiel der Rückgang deutlicher aus.

ARBEITSMARKTPOLITISCHE INSTRUMENTE wurden im Mai erneut weniger eingesetzt als noch vor Jahresfrist. Ende Mai bildeten sich 362.926 Arbeitnehmer mit finanzieller Hilfe der Arbeitsämter weiter. Dies waren gut 16.000 weniger als noch ein Jahr zuvor. In Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen waren 202.366 zuvor Arbeitslose beschäftigt, was einem Minus von 50.255 entspricht. Mit Hilfe von Strukturanpassungsmaßnahmen hatten 107.085 Menschen Arbeit, 94.115 weniger als im Mai 1999.

AUSBILDUNGSSTELLEN: Die rechnerische Lücke zwischen noch offenen Ausbildungsstellen und nicht vermittelten Bewerbern ist kleiner als im Vorjahr. 307.300 Bewerber hatten Ende Mai noch kein Ausbildungsverhältnis abgeschlossen; 170.400 Stellen waren zu dieser Zeit noch nicht besetzt. Laut Bundesanstalt ist dies aber kein Grund zur Entwarnung.

DIE ZAHL DER GEMELDETEN OFFENEN STELLEN lag Ende April bei 566.794. Das waren 65.272 mehr als im Mai des Vorjahres. In den alten Ländern waren 496.545 Stellen unbesetzt, 15,8 Prozent oder 73.441 mehr als noch vor Jahresfrist. In den neuen Ländern waren 70.249 Stellen offen, was einem Minus von 16,8 Prozent oder 8169 Stellen gegenüber Mai 1999 entsprach.

ERWERBSTÄTIGE: Das Statistische Bundesamt schätzt die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland für März auf 35,82 Millionen. Dies waren 78.000 mehr als ein Jahr zuvor. Neuere Zahlen lagen noch nicht vor. Saisonbereinigt waren im März 13.000 Menschen mehr erwerbstätig als im Vormonat.

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