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20.01.2003

08:38 Uhr

Jahresbilanz der Investmentfonds

Aktienfonds kommen wieder in Mode

VonIngo Narat

Optimisten erwarten im laufenden Jahr das Comeback der Aktienfonds. Eine sehr kleine Minderheit von Querdenkern sieht dagegen die Baisse als intakt an. Für Vertreter dieser Denkschule sind Rohstoffe und Goldfonds eine viel versprechende Anlage - wie schon im vergangenen Jahr.

Grafik: Handelsblatt.com

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FRANKFURT/M. Am Trend ist nichts zu deuteln: Anleihen und andere sichere Anlagen schlagen Aktien. Insoweit unterscheidet sich die Investmentfondsbilanz des Jahres 2002 nicht von der des Vorjahres. Mit Fonds beispielsweise für Euro-Anleihen, Geldmarkttitel oder Immobilien strichen die Anleger Wertgewinne ein. Mutige mit Vorliebe für Aktien wurden enttäuscht. Sie rutschten meist zweistellig in die Miesen.

Spektakulärer Jahresgewinner ist die Gruppe der Fonds für Goldminenaktien. Sie sprang um 49,50 % nach oben. Klassenerster ist der AIG Equity Fund Gold des schweizerischen Anbieters AIG. Er erfreute seine Anteilbesitzer mit einem spektakulären Wertgewinn von 73,77 %.

Für Anleger stellt sich zu Beginn des neuen Jahres die Frage: Kommt es zur Trendwende an den Märkten zu Gunsten der Aktie und machen dann wieder Aktienfonds das Rennen? Eine große Mehrheit von Experten beantwortet die Frage mit einem klaren "Ja". Amerikas Gurus sehen den Dow am Jahresende im Schnitt bei 9 900 Punkten. Die frühere Star-Analystin Elaine Garzarelli führt die Mehrheit der Optimisten an. Sie sieht das Aktienbarometer sogar bei 11 400 Punkten. Aktienfondsfans müssen den Blick aber nicht über den Teich richten. Auf heimischem Terrain soll noch mehr zu holen sein. Die Banken sehen den Dax am Jahresende im Schnitt bei 3 900 Zählen, satte 30 % über dem jetzigen Stand.

Diese überwältigenden Mehrheiten stärken Aktienoptimisten auf den ersten Blick den Rücken. Aber nur auf den ersten Blick. Die große US-Investmentgesellschaft T. Rowe Price warnt. Ihr Argument ist genau dieser überbordende Optimismus. Prognostiker würden regelmäßig in der Hausse die Chancen unterschätzen, in der Baisse die Chancen überschätzen.

Einige angesehene und unabhängige Querdenker in der Anlagebranche bleiben ebenfalls auf Baissekurs. Dazu zählen der Vermögensverwalter Marc Faber aus Hongkong und der technisch orientierte Analyst Richard Russel. Faber erntete Ende der neunziger Jahre mit seinen hartnäckigen Baisseprognosen nur Gelächter von Vertretern der "traditionellen" Anlagebranche. Das Lachen ist seinen Skeptikern vergangen. Faber ist von seiner Skepsis bis heute nicht abgewichen. Er meidet die meisten Aktienmärkte, prognostiziert stattdessen eine Rohstoffhausse. Gold zählt zu seinen Favoriten.

Ganz ähnlich denkt Russell, hier zu Lande eher unbekannt, in Amerika ein angesehener Experte. Seine Prognose wird heute von der großen Mehrheit genau so verlacht wie die frühere Baisse-Vorhersage Fabers. Und das ist auch starker Tobak: Der Dow-Jones-Index und der Goldpreis sollen sich in den nächsten Jahren "treffen" - etwa bei 3 000. Das heißt konkret: Der Dow fällt auf 3 000 Punkte, der Unzenpreis steigt auf 3 000 Dollar.

Wenn Fonds-Freunde dieses Horrorszenario ängstigt, können sie sich mit den Empfehlungen von Morningstar trösten. Die Fondsresearchfirma aus Amerika kürt jedes Jahr die drei unbeliebtesten Aktienfondsgruppen, gemessen am Kaufinteresse der Anleger. Genau diese sollen in den folgenden drei Jahren überdurchschnittliche Gewinne abwerfen. Russell und Faber lassen grüßen: Erfolg verspricht, was wenig beachtet wird und deshalb möglicherweise unterbewertet ist. Getreu dieser Leitlinie müssten die Anleger in Aktienfonds für Kommunikationswerte bzw. in Regionenprodukte für Lateinamerika und Asien investieren.

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