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30.01.2001

18:30 Uhr

dpa BERLIN. Entgegen vielseitig geäußerten Konjunktursorgen hält die Bundesregierung in ihrem Jahreswirtschaftsbericht an ihrer vergleichsweise optimistischen Einschätzung fest. In diesem Ausblick, der an diesem Mittwoch im Bundeskabinett verabschiedet werden soll, geht die Bundesregierung - wie seit knapp einer Woche bekannt - von unverändert 2,75 % realem Wirtschaftswachtum im Schnitt dieses Jahres aus. Im Jahr 2000 hatte das Bruttoinlandsprodukt real sogar um 3,1 % zugelegt. Während einzelne Forschungsinstitute für 2001 mit rund 2,5 % deutlich darunter bleiben, hält der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT), Hans Peter Stihl, sogar wieder etwa drei Prozent für realistisch.

Allerdings müsse die Bundesregierung dann Reformen wie zur Mitbestimmung aufgeben, sagte Stihl am Dienstag. Auch mit der neuen Teilzeitregelung und den Einschränkungen bei den befristeten Beschäftigungsverhältnissen sei "aus dem Bundesarbeitsministerium ein Strom von Gesetzen gekommen, der die Förderung der Beschäftigung eher behindert als befördert", betonte der DIHT-Präsident im dpa-Gespräch. Mit tatsächlich 3,1 % Wachstum im vergangenen Jahr habe der DIHT in seiner Prognose am besten gelegen.

"Der Pessimismus, der andernorts um sich greift, hält sich bei uns in Grenzen", sagte Stihl später in Stuttgart. Eine Umfrage bei 1 600 Unternehmen in Baden-Württemberg habe ergeben, dass rund ein Viertel 2001 zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollten. Die meisten Betriebe wollten ihre Investitionen konstant halten oder sogar aufstocken.

Im Jahreswirtschaftsbericht heißt es weiter: "Das Preisniveau bleibt stabil und die Lage am Arbeitsmarkt wird sich weiter verbessern." So werde die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresschnitt um 480 000 zunehmen, die Zahl der Arbeitslosen um 270 000 auf etwa 3,6 Mill. zurückgehen. Eine demographisch bedingte Abnahme des Arbeitskräfteangebots und eine Zunahme infolge einer höheren Erwerbsneigung könnten sich die Waage halten, stellen die Ministerien heraus. Nach dem Stabilitätsgesetz sei das Beschäftigungsziel damit noch nicht erreicht. Das gelte besonders für die neuen Länder. "Eine weitere Verringerung der Zahl der Arbeitslosen bleibt daher auch für die nächste Zeit das wichtigste Ziel der Bundesregierung.".



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