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11.03.2003

07:45 Uhr

Japanischer Handyhersteller will weltweiten Marktanteil bis 2005 auf zehn Prozent steigern

Panasonic sucht Handy-Nischen

VonNicole Bastian

Der japanische Handy-Hersteller Panasonic will hoch hinaus. Schon in zwei Jahren soll jedes zehnte Handy auf dem Weltmarkt von Panasonic stammen. Wie der koreanische Konkurrent Samsung pickt sich der Produzent nur margenträchtige Segmente heraus.

TOKIO. Der japanische Handyhersteller Panasonic Mobile Communications will in den kommenden zwei Jahren seinen weltweiten Marktanteil auf 10 % steigern. Damit würden die Japaner Siemens den Rang als Nummer 4 der Branche ablaufen. Die Münchner hatten erst im vergangenen Jahr den dritten Platz an Samsung Electronics aus Südkorea abgeben müssen. Derzeit hält Panasonic laut Branchendienst Gartner 2,5 % des Weltmarktes. Die wichtigsten Märkte für die Expansion von Panasonic seien Europa und China, sagte der Direktor für das Handy-Auslandsgeschäft, Bunroku Morioka, dem Handelsblatt. "Wir haben bisher viel zu sehr auf den Heimatmarkt gesetzt." Der saturierte japanische Markt, auf dem Panasonic mit rund 18 % die Nummer 2 nach NEC ist, bietet den Handy-Herstellern kaum Wachstumsmöglichkeiten. Zudem können nur über höhere Umsätze Kostenvorteile bei der Massenproduktion realisiert werden. Im Geschäftsjahr 2005 (31. März) will Panasonic 1 Billion Yen ( 7,9 Mrd. Euro) umsetzen, weit mehr als die Hälfte davon im Ausland. Strategischer Partner für die Expansion in Europa ist Vodafone.

Marktexperten halten Panasonics Ziel für höchst amibitioniert. Analyst Ben Wood von Gartner bemerkt jedoch, Panasonic habe sich im zweiten Halbjahr 2002 stark gesteigert. Zudem gebe die Partnerschaft mit Vodafone einen großen Schub. "Sie haben eine starke Marke und ein gutes Distributionsnetz." Zudem habe der Mutterkonzern Matsushita Electric dem Mobiltelefongeschäft noch nie einen so hohen Stellenwert eingeräumt wie jetzt. Doch die Japaner seien noch zu langsam, wenn es darum gehe, Trends umzusetzen und managten noch zu zentralistisch von Japan aus. Kollege Neale Anderson vom Branchendienst Ovum erinnert daran, dass Panasonic im eigenen Land den Trend zu Kamerahandies verschlafen und die Marktführerschaft verloren habe. Die Zielmarke von 10 % hält er für zu hoch gegriffen, spricht Panasonic aber prinzipiell gute Chancen zu.

Panasonic will künftig lokaler und schneller auf den Markt reagieren. Erfolgsrezept sind auf spezielle Zielgruppen zugeschnittene Geräte mit stark unterschiedlichem Design im oberen und mittleren Preissegment. "Wir haben aufgehört, den Nokia-Weg zu kopieren", sagtMorioka. Stattdessen will sich Panasonic auf lukrative Nischen konzentrieren. Mit dieser Strategie hatte unter anderem Samsung Electronics Erfolg. Japanische Hersteller hätten lange Zeit technologischen Fortschritt vor Design und Marketing ge setzt. "Samsung ist uns da voraus."

Als großen Vorteil für die Auslandsexpansion sieht Morioka den technologischen Vorsprung in Japan. Die Handies würden mit wenigen Monaten Zeitverzögerung ins Ausland geliefert. Mit dem Umsatz des Kamerahandies GD87, mit dem Panasonic im Oktober in Europa und China gestartet ist, ist Morioka zufrieden. "Der Erfolg dieses Modells hat uns sehr geholfen, unser Image zu verbessern." 300 000 Modelle im Monat setzt Panasonic ab. "Wir könnten von der Nachfrage her noch mehr verschiffen, aber wir haben einen kurzfristigen Engpass bei den Kameras." Auf der Cebit stellt Panasonic das kleinere und günstigere Klapptelefon X70 für jüngere Leute vor, das Hauptmodell in Europa. Die Komponenten werden in China und den Philippinen gefertigt, in Tschechien für den europäischen Markt zusammengesetzt. Neben Vodafone beliefert Panasonic auch andere Betreiber in Europa. Im Januar hat T-Mobile das GD87 ins Programm genommen. Über den strategischen Partner NTT Docomo in Japan werden zum Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr auch i-mode-Versionen des X70 für Docomo-Partner wie E-Plus, KPN und Telefónica geliefert.

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