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21.01.2003

08:44 Uhr

Jeder Dritte bucht bei Bahntochter im letzten Augenblick

Ameropa profitiert vom Last Minute-Boom

Der Reiseveranstalter Ameropa hat trotz schwierigen Umfeldes für die Touristikbranche 2002 ein Rekordjahr verzeichnet. Vor allem Last-Minute-Urlaube sorgten für gute Geschäfte. Allerdings steht die Konkurrenz in den Startlöchern und will sich auch ein Stück vom lukrativen Kuchen abschneiden.

ek FRANKFURT/M. Im Last- Minute-Reisemarkt ist der kurzentschlossene Trip mit der Bahn auf dem Vormarsch. Der Bahn-Reiseveranstalter Ameropa, hundertprozentige Tochter im Konzern der Deutschen Bahn AG, vermeldet in diesem Segment ein Umsatzplus von 54 %. Noch ist Ameropa alleiniger Anbieter, doch die Konkurrenz formiert sich: Auch der Reiseveranstalter Dertour aus dem Imperium der Rewe-Touristik will ab Frühjahr in den Last-Minute-Markt für Schienenreisen einsteigen, sagte eine Sprecherin dem Handelsblatt.

Während die Touristik-Branche generell über das schlechte Reisejahr stöhnt, spricht Ameropa vom erfolgreichsten Jahr seiner Geschichte. Das Unternehmen, das mit gut einer halben Million Buchungen pro Jahr eher ein mittelständischer Nischenveranstalter ist, verzeichnete 35 % mehr Bahnreisende im Jahr 2002. Dass der Umsatz lediglich um 3,8 % auf 111 Mill. Euro stieg, ist laut Geschäftsführer Walter Krombach auf ein Minus von 15 % im Ferienwohnungssegment zurückzuführen.

Hier habe das Unternehmen unter dem allgemeinen Markttrend gelitten, dass letztes Jahr viele Familien mit Kindern auf einen längeren Urlaub verzichtet hätten. Deshalb sei die Gesamtzahl der Ameropa- Gäste geringfügig kleiner als im Vorjahr. Gleichwohl seien Umsatz und Ergebnis in den letzten sechs Jahren kontinuierlich gestiegen, sagte Krombach, ohne Einzelheiten zu nennen.

Neben Last-Minute-Reisen, die mit steigender Tendenz inzwischen von 28 % der Ameropa-Gäste gebucht werden, erreichten auch Städtereisen einen Zuwachs von 18 %. Das deckt sich auch mit den Erfahrungen von Dertour und der Tui Deutschland. Die beiden Wettbewerber legten aber noch keine Zahlen auf den Tisch. Auch die Spezialreiseveranstalter sind mit der Geschäftsentwicklung zufrieden. Vom "großen Aufwind" und zweistelligen Zuwachsraten spricht beispielsweise auch Arnold Kühn, Geschäftsführer des Düsseldorfer Anbieters "Die Eisenbahn-Erlebnisreise". Beispielsweise habe sich die Nachfrage nach Sonderzugpauschalreisen an die Riviera gegenüber dem Vorjahr praktisch verdoppelt.

Übereinstimmend halten sich die drei großen Veranstalter zu Gute, dass sie ihren Kunden auch nach Einführung des neuen Bahnpreissystems im Dezember letzten Jahres weiterhin die Schienentour zu günstigen Festpreisen anbieten können. Auch die Festlegung auf voraus zu buchende Züge ist noch nicht notwendig. Ameropa-Geschäftsführer Martin Katz machte aber deutlich, dass dieser Vorteil in 1 oder 2 Jahren verschwinden werde. Dann seien heute noch vorhandene Schnittstellenprobleme bei den Buchungscomputern überwunden. Spätestens dann werde es neue Preise geben, die in die Systematik der Bahntarife passen.

Quelle: Handelsblatt

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