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29.06.2000

17:36 Uhr

Jobvergabe an geschassten Chef der Messegesellschaft lässt CDU von "rotem Filz" sprechen

Der neue Staatssekretär in Nordrhein-Westfalen ist ein alter Bekannter

Hartmut Krebs hat die Messe Düsseldorf in finanzielle Schwierigkeiten geführt. Jetzt soll er seinen Sachverstand in der Bildungspolitik unter Beweis stellen.

ap DÜSSELDORF. Die Ernennung des entlassenen Chefs der Düsseldorfer Messe, Hartmut Krebs, zum neuen Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung ist bei der CDU auf scharfe Kritik gestoßen. "Ein schlimmeres Beispiel für roten Filz und Klüngel gibt es nicht mehr", sagte der Vorsitzende der oppositionellen CDU-Fraktion im Landtag, Jürgen Rüttgers, am Donnerstag. Es sei nicht zu fassen, dass der Mann, der die Messe fast in den Konkurs getrieben habe, nun zum Staatssekretär ernannt werde.

Die Gesellschafter der Messe Düsseldorf hatten sich im Dezember letzten Jahres von dem 54-jährigen getrennt, weil der Messe-Chef alleine im Event-Bereich seines Unternehmens 1999 Verluste in Höhe von 113 Mill. DM zu verantworten hatte. Der Jahresfehlbetrag der Messegesellschaft insgesamt habe im vergangenen Jahr 146 Mill. DM betragen, hieß es am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz der Messe in Düsseldorf. Diese Verluste habe Krebs als Vorsitzender der Geschäftsführung zu verantworten gehabt.

Clement kennt Krebs schon aus seiner Zeit als Wirtschaftsminister

Vor seiner Tätigkeit bei der Düsseldorfer Messegesellschaft war Krebs Staatssekretär im damals vom heutigen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement geleiteten Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr.

Nach Ansicht von Rüttgers hat der gelernte Diplom-Volkswirt von seinem neuen Tätigkeitsfeld in der Hochschulpolitik keine Ahnung. Der CDU-Politiker schloss nicht aus, das Clement die Ernennung aus Angst davor beschlossen hat, "dass der geschasste Messechef zu viel weiß".



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