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10.01.2002

00:00 Uhr

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Jobwechsel

VonJörg Schäfer (Redakteur bei Handelsblatt.com)

Die meisten Deutschen sind mit ihrem Job zufrieden, behauptet die Zeitschrift "Fit for Fun". Ob das auch auf CDU-Chefin Merkel, CSU-Chef Stoiber, Wirtschaftsminister Müller und den legendären Paten Provenzano zutrifft?

Wohl kaum. Sie alle streben nach beruflicher und persönlicher Veränderung und widerlegen damit das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Magazins "Fit for Fun". Laut der Studie, für die 1 018 Arbeitnehmer befragt wurden, ist beinahe jeder Zweite berufstätige Deutsche mit seiner Arbeit zufrieden. Jeder fünfte behauptet sogar, seinen Traumjob bereits gefunden zu haben.

Offensichtlich zählen Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber und CDU-Chefin Angela Merkel nicht dazu, sind sie von ihrem Traumjob doch weit entfernt. Die Würde eines Bundeskanzlers sollte es schon sein, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wirtschaftsminister Müller wird schon länger nachgesagt, eher frustriert in seinem Amte zu verweilen, hätte er doch zu gerne die Konjunkturabteilung aus dem Finanzressort zurück in sein Ministerium integriert - wobei man sich natürlich fragt, warum er in diesen Zeiten so scharf auf eine Abteilung zur Verwaltung des Mangels ist.

Da dürfte es doch mehr Spaß machen, die Bilanzzahlen des rheinischen Energieriesen RWE zu verkünden, so wie am Dienstag geschehen. Konzernlenker Dietmar Kuhnt kann sich nur noch bis Ende des Jahres guter Bilanzen rühmen, dann wird sein Platz frei. Ex-Veba-Manager Müller wäre doch ein passender Kandidat. Dass RWE einen entsprechenden Bericht des Magazins "Stern" nicht dementiert, spricht Bände. Das Dementi aus Müllers Ministerium klingt eher halbherzig, um Kanzler Schröder im Wahljahr nicht zu schädigen.

Schließlich bleibt einer, der keine Lust mehr hat auf seinen Job. Die römische Zeitung "La Republica" berichtet, Italiens oberster Mafia-Boss Bernardo Provenzano (68) wolle aufgeben. Der Pate der Cosa Nostra, von dem nur wenigen wissen dürften, wie er heute ausschaut, soll nach Geheimdienstinformationen nierenkrank sein und im Untergrund ständig an ein Dialyse-Gerät müssen.

Nun dürfte der Jobwechsel bei Provenzano schwieriger sein als bei Merkel, Stoiber oder Müller: Selbst Berlusconi wird dem legendären Mafiosi wohl keinen Job anbieten können, selbst wenn er wollte. Einmal Mafioso, immer Mafioso.

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