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31.01.2003

13:30 Uhr

Joint-Venture-Pläne beendet

Bayer und Aventis gehen getrennte Wege

Der deutsch-französische Pharmakonzern Aventis und Bayer haben Gespräche über ein Joint Venture im Bereich "Biologische Produkte" beendet.

Reuters STRASSBURG. Beide Konzerne hätten sich geeinigt, die Pläne für die Zusammenarbeit nicht weiter zu verfolgen, teilten Bayer und Aventis am Freitag mit. Eine abschließende Einigung über die Bedingungen der Transaktion habe nicht erzielt werden können, hieß es zur Begründung. "Dies war eine gute Gelegenheit, aber man musste alle Aspekte vor einem Abschluss berücksichtigen und eine endgültige Vereinbarung konnte nicht erreicht werden", sagte eine Bayer-Sprecherin.

Bei Aventis hieß es zugleich, der Konzern suche nun nach anderen Optionen für die Aventis-Tochter Aventis-Behring. Darunter falle auch ein möglicher Verkauf der Sparte. Vorgesehen war, die Bayer Health-Care-Sparte Biological Products mit Aventis Behring zusammenzuführen. Bayer und Aventis hatten entsprechende Pläne bereits im Februar 2002 angekündigt.

Ursprünglich sollten die Gespräche nach früheren Angaben von Aventis im ersten Halbjahr 2002 abgeschlossen werden. Zur Gründung des Gemeinschaftsunternehmens für biologische Produkte, an dem Bayer die Mehrheit und die unternehmerische Führung haben sollte, war eine nicht bindende Absichtserklärung unterzeichnet worden. Bayer erzielte mit seinen biologischen Produkten im Jahr 2001 einen Umsatz von rund 945 Millionen Euro, Aventis Behring verbuchte damals einen Umsatz von 1,13 Milliarden Euro.

"Dies ist bedauerlich, da beide Geschäfte eigentlich gut zusammengepasst hätten", sagte Antje Laschewski, Analystin bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dies betreffe etwa die Blutplasmaprodukte. Am Markt werde diese Meldung für Bayer wohl nicht positiv aufgenommen. "Bayer braucht dringend Meldungen, die den Aktienkurs stützen", sagte die LBBW-Analystin. Auch Frank von Collani von der Berenberg Bank schätzte die Nachricht negativ ein. "Dies wäre für beide eine weitere Möglichkeit gewesen Synergien zu heben", sagte er. Bayer habe bei Blutplasmaprodukten ein starkes Portfolio etwa mit dem Blutgerinnungsprodukt Kogenate. Für Bayer seien insbesondere die Blutsammelstellen interessant gewesen, die Aventis in den USA unterhalte.

Die Bayer-Aktie lag im Handelsverlauf mit 3,50 Prozent im Minus bei 15,72 Euro. Aventis-Atien gaben in Paris 1,92 Prozent auf 46,40 Euro nach.

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