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09.02.2001

14:31 Uhr

Joschka Fischer traf in Berlin seinen iranischen Amtskollegen

Fischer für weiteren Dialog mit Iran

Bundesaußenminister Joschka Fischer lobte das Gespräch mit seinem Amtskollegen. Beide Politiker unterhielten sich ausführlich über Menschenrechte und die Lage in der Region.

dpa BERLIN. Außenminister Joschka Fischer (Grüne) hat sich für einen weiteren Dialog mit Iran ausgesprochen. Dieser Weg sei der richtige, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Freitag in Berlin. Fischer und sein iranischer Amtskollege Kamal Charrasi hatten sich am Donnerstagabend zu einem Gespräch getroffen.

Die beiden Politiker unterhielten sich unter anderem ausführlich über Menschenrechte in Iran und die Lage in der Region. "Insgesamt war es ein gutes Gespräch", sagte der Sprecher. Es sei "sehr in die Breite" gegangen.

Zuvor hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder eine Einladung des iranischen Präsidenten Mohammed Chatami nach Teheran angenommen. Schröder wies aber darauf hin, dass die Rahmenbedingungen gegeben sein müssten, damit ein solcher Besuch zu dem von beiden Seiten gewünschten Erfolg führen könne.

Mehrere hundert Oppositionelle demonstrierten in Berlin

Gegen den Charrasi-Besuch demonstrierten am Donnerstag und Freitag mehrere hundert Iraner. Sie warfen der iranischen Regierung Menschenrechtsverletzungen vor. Am Freitag wurde ein Auto aus der Kolonne Charrasis von einem Farbbeutel getroffen. Ein Iraner wurde festgenommen, sagte eine Polizeisprecherin. Die Kolonne fuhr auf dem Weg zum Reichstag auf der Straße des 17. Juni, als der Beutel auf den Wagen eines Delegierten geworfen wurde. Charrasi wollte am Freitagnachmittag Berlin verlassen.

Die deutsch-iranischen Beziehungen hatten sich nach Urteilen gegen iranische Reformanhänger erneut verschlechtert. Die Angeklagten waren vom Revolutionsgericht in Teheran zu Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren und zu Geldstrafen verurteilt worden, weil sie mit ihrem Auftritt bei einer Konferenz der den Grünen nahe stehenden Heinrich Böll-Stiftung - im vergangenen Jahr in Berlin Iran "entehrt" und die nationale Sicherheit gefährdet hätten. Die Bundesregierung zeigte sich über die Einmischung "tief besorgt".

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