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22.01.2002

16:43 Uhr

Journalistische Bilderbuchkarriere

Michael H. Spreng: Kein bequemer Ja-Sager

Mit Michael H. Spreng hat Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) keinen bequemen Ja-Sager zu seinem Wahlkampfmanager gemacht. Der ehemalige Chefredakteur der "Bild am Sonntag" gilt als unabhängiger Kopf, der stets bestrebt war, die für richtig befundene Linie auch durchzusetzen. Auch als Chefredakteur der auflagenstarken Sonntagszeitung verfolgte er nicht immer eine Richtung, die im Springer-Verlag ungeteilten Beifall fand.

Michael H. Spreng ist Stoibers Wahlkampfmanager. Foto: ap

Michael H. Spreng ist Stoibers Wahlkampfmanager. Foto: ap

dpa BERLIN. Der 53-jährige Spreng hat kein Parteibuch. Eine Nähe zu CDU oder zu CSU hat der verheiratete Katholik bislang eher nicht gezeigt. Mehr als einmal kritisierte er in Kommentaren Altkanzler Helmut Kohl (CDU) in dessen Amtszeit. Über Jahre hielt Spreng engen Kontakt zu Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), dessen Ablösung er nun mit seiner Tätigkeit vorantreiben soll. Vielleicht machen aber gerade die fundierten Kenntnisse über den Bundeskanzler Spreng für Stoiber so besonders wertvoll.

Spreng kann auf eine journalistische Bilderbuch-Karriere zurückblicken. Er begann als Volontär bei der Frankfurter "Neuen Presse" und kam dann zur Tageszeitung "Die Welt". Später übernahm er die Leitung des Bonner Büros der "Bild"-Zeitung und wurde deren stellvertretender Chefredakteur. Darauf wechselte er als Chefredakteur zum Kölner "Express".

1989 wurde Spreng Chefredakteur der "Bild am Sonntag". Nach elf Jahren an der Spitze des Blattes wurde er abgelöst. Insider führten dies auch auf seine kritische Haltung zu Kohl zurück, was vor allem den Filmhändler und Springer-Großaktionär Leo Kirch gestört haben soll. Seit Juni 2001 war Spreng als selbstständiger Kommunikations- und Medienberater für Zeitungen, Zeitschriften und Unternehmen tätig.

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