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14.01.2001

17:27 Uhr

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Jugoslawiens Präsident Kostunica trifft Milosevic

Jugoslawiens Präsident Vojislav Kostunica ist am Samstag mit seinem Vorgänger Slobodan Milosevic zusammengekommen.

Reuters BELGRAD/DEN HAAG. Die beiden hätten über die Lage im Staat, die Lage in der südserbischen Provinz Kosovo und über die Beziehungen innerhalb der jugoslawischen Föderation gesprochen, zitierte die Nachrichtenagentur Tanjug eine Mitteilung der jugoslawischen Regierung. Einzelheiten wurden nicht bekannt. Das Internationale Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wies Kostunica am Sonntag auf seine Pflicht hin, den als mutmaßlichen Kriegsverbrecher gesuchten Milosevic auszuliefern.

Es handelte sich um das erste Treffen Kostunicas mit Milosevic seit dem 6. Oktober, als Milosevic seine Niederlage bei der Präsidentenwahl eingestanden hatte. Einen Tag zuvor hatte es einen Volksaufstand gegeben, weil Milosevic sein Amt nicht aufgeben wollte. Nach Berichten örtlicher Medien sprachen die Männer am Samstag nicht über die Anklage des Tribunals.

Eine Sprecherin des Tribunals sagte, wenn Kostunica und Milosevic darüber gesprochen hätten, würden sie es vermutlich nicht bekannt geben. Die Chefanklägerin des Tribunals, Carla del Ponte, hat für den 23. Januar einen Besuch in der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad angekündigt, bei dem sie erneut die Auslieferung Milosevics fordern wolle. Der jugoslawische Innenminister Zoran Zivkovic sagte am Samstag, all diejenigen, die Verbrechen verübt hätten, müssten sich einem Gericht stellen. Milosevic bilde keine Ausnahme.

Milosevic ist der Vorsitzender der Sozialistischen Partei Serbiens (SPS). Er ist wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den Balkan-Kriegen angeklagt. Kostunica hat eine schnelle Strafverfolgung Milosevics ausgeschlossen. Er schlug zudem vor, Milosevic den Prozess in Jugoslawien zu machen. Dies wird wiederum vom Tribunal abgelehnt. Das UNO-Kriegsverbrechertribunal befasst sich mit Kriegsverbrechen, die im ehemaligen Jugoslawien begangen wurden.

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