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08.01.2003

07:37 Uhr

Junge Kunden wollen High-Tech und Individualität

Autohersteller entdecken die Generation Y

VonKatharina Kort

Sie sind jung, sie sind markentreu, und sie werden schon bald ein Drittel der US-Autokäufe tätigen: Die Generation Y. Die Autohersteller buhlen um die Klientel der unter 25-Jährigen. Die Autohersteller setzen für die Zukunft auf die Generation Y oder Millennials. So nennen Demographen die rund 70 Millionen Amerikaner, die zwischen 1977 und 1994 geboren wurden und einer Studie der Marktforscher J.D. Power and Associates zufolge bereits im Jahr 2010 jeden dritten Neuwagen kaufen werden.

DETROIT. Zwar haben viele Millennials noch nicht einmal den Führerschein und stellen derzeit nur 1 % der Neuwagen-Käufer. Aber sie sind fast so viele wie die ergrauten Baby-Boomer, die bisher die Verkaufszahlen und damit auch die Modellpolitik der Autobauer bestimmt haben.

Japaner und Europäer haben die neuen Kunden längst entdeckt. "Das ist eine wichtige Zielgruppe", betont BMW-Vorstandschef Helmut Panke. "Und sie hat Geld", fügt er hinzu. Vor allem mit dem Mini gewinnt BMW nicht nur reifere Nostalgiker für sich, sondern punktet auch bei den Millennials.

Auch Chrysler ist überzeugt, dass man die Generation Y nicht ignorieren kann. "Wir kümmern uns fanatisch darum, sicherzustellen, dass wir eine Verbindung zu dieser Generation haben", sagte Marketing-Chef Jim Schroer zur US-Zeitung Detroit News. "Wir glauben, dass sie genau so einflussreich sein wird, wie es die Baby-Boomer in den 60er Jahren waren", ist Schroer überzeugt. Was die Menschen in jungen Jahren fahren, bestimme häufig auch langfristig ihr Kaufverhalten.eigens für die Generation Y entwickelt. Die Hip-Hop- Musik und die Videos, die in den Autos laufen, sprechen eindeutig die Sprache der Jugend. Die Modelle - eines eher kastenförmig, das andere etwas rundlicher geformt - sollen im Sommer für 17 000 $ als eigenständige Marke ohne Toyota-Logo auf den Markt kommen.Scion-Modelle serienmäßig 6 Lautsprecher und eine Anlage, die außer CD auch MP3-Dateien spielt. Das Lenkrad gibt?s auf Wunsch auch in rot. "Wir denken mehr an den städtischen Kunden, den jungen gestylten Fahrer, einer der Trendsetter ist und andere beeinflusst", beschreibt Toyotas US-Vizepräsident James Press die Zielgruppe.

Millennials gelten als markentreuer als alle ihrer Vorgänger. Und deshalb wollen sich die Unternehmen die Treue möglichst früh sichern. Die ausländischen Hersteller schneiden bei den amerikanischen Millennials besonders gut ab. Bei den Marken Kia, Volkswagen, Saturn (GM) und Hyundai stellen die jungen Käufer laut J.D. Power bereits mehr als 10 % der Kunden.

John Devine, Finanzvorstand von General Motors, glaubt jedoch nicht, dass man die Generation extra umwerben muss: "Die streben die gleichen Autos an wie wir. Aber sie können sie sich noch nicht leisten." Man müsse günstigere Autos anbieten, die aber nicht extra auf junge Leute zuschneiden.

Auch VW-Chef Bernd Pischetsrieder hält die Debatte über Einsteigerautos, die junge Kunden an die Marken binden sollen, für übertrieben. "Das Einsteiger-Auto von VW ist der gebrauchte Golf", sagt Pischetsrieder nüchtern. Doch mit seiner Produktpalette kommt VW bei den jungen Neuwagen-Käufern in den USA ohnehin gut an. Die Wolfsburger liegen dort J.D.Power zufolge auf Platz fünf der Verkaufsrangliste.

Quelle: Handelsblatt

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