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04.08.2000

14:07 Uhr

Reuters LAGOS. Die auf zwei Bohrinseln in Nigeria von bewaffneten Jugendlichen festgehaltenen 165 Shell - Mitarbeiter sollen nach Angaben des Öl-Konzerns noch am Freitag freikommen. Ein Sprecher von Royal Dutch/Shell sagte Reuters am Freitag in Lagos, bei den Gesprächen mit Unterhändlern der Geiselnehmer sei ein Durchbruch erzielt worden. Die Unterhändler seien auf dem Weg zu den Geiselnehmern, die aber erst nach deren Ankunft die beiden Plattformen räumen wollten. Ursprünglich war bereits am Donnerstag mit einem Ende der Geiselnahme gerechnet worden. Die Jugendlichen, die am Montag die Bohrinseln im Nigerdelta gestürmt hatten, fordern Arbeitsplätze und Bargeld.

Shell hat sich zu einem Treffen am 15. August einverstanden erklärt, bei dem die Forderungen erörtert werden sollen. Unter den Geiseln sind 145 Nigerianer, sieben Amerikaner, fünf Briten sowie mehrere Australier und Libanesen. Sie sind nicht direkt bei Shell, sondern bei zwei Vertragspartner des Konzerns angestellt. Nach Angaben des Shell-Sprechers sind die Geiseln in guter Verfassung. Sie seien von den Jugendlichen auch nicht bedroht worden, sondern könnten lediglich die beiden Bohrinseln nicht verlassen. Nach dem Ende der Geiselnahme solle die Arbeit sofort wieder aufgenommen werden.

Shell ist der größte multinationale Konzern, der im Nigerdelta Öl fördert. Die derzeit knapp über zwei Mill. Barrel (1 Barrel = 159 Liter) Öl pro Tag machen über 90 % der Exporterlöse Nigerias aus; fast die Hälfte davon stammt aus Shell-Quellen. Die Bevölkerung im Nigerdelta kämpft seit langem um eine angemessene Beteiligung an dem Reichtum, seit etwa zwei Jahren teilweise auch mit Gewalt. Dazu gehören Geiselnahmen, aber auch Treibstoffdiebstahl aus den Pipelines. Bei versehentlich dabei ausgelösten Bränden starben in den vergangenen Monaten mehrere hundert Menschen.

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