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28.06.2000

14:11 Uhr

dpa BERLIN. Er gilt als eigenständig, prinzipientreu und kantig. Das Etikett des "liberalen Querdenkers", so sagte Burkhard Hirsch einmal, trage er nicht ohne Stolz. Am Mittwoch legte der frühere Bundestagsvizepräsident dem Spenden-Untersuchungsausschuss die Ergebnisse seiner Arbeit als Sonderermittler der Bundesregierung im Fall der im Kanzleramt verschwundenen Leuna-Akten vor.

Nach dem Regierungswechsel im Herbst 1998 waren im Kanzleramt Lücken in den Aktenbeständen und bei der Dokumentation wichtiger Entscheidungsprozesse im Zusammenhang mit dem Verkauf der Raffinerie in Leuna sowie des Tankstellennetzes Minol an den französischen Konzern Elf Aquitaine festgestellt worden. Am 3. Februar dieses Jahres wurde Hirsch damit beauftragt, dazu Bedienstete im Kanzleramt zu befragen und disziplinarrechtliche Vorermittlungen zu führen.

Für diese Aufgabe brachte der gelernte Jurist, der seit 1998 nicht mehr im Bundestag vertreten ist, vielfältige Voraussetzungen mit. Er kennt aus seiner Zeit als nordrhein-westfälischer Innenminister Arbeitsweise und Aufbau öffentlicher Behörden und hat aus seiner Tätigkeit als Direktor bei Mannesmann Einblick in die Wirtschaft. Zudem ist er in seiner Hartnäckigkeit gewohnt, zur Aufklärung der Sachverhalte penible Fragen zu stellen. Ausschlaggebend für die jetzige Regierung dürfte aber gewesen sein, dass der heute 70-Jährige FDP-Politiker zwar Einblick in die CDU/CSU/FDP-Regierungsstrukturen hatte, diese Koalition nach der Wende von 1982 aber stets ablehnte.

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