Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2003

16:00 Uhr

Kapital für Arbeit greift

Neue Mittelstandsbank geht an den Start

Die neue "Mittelstandsbank" zur Förderung von Firmengründern sowie kleinen und mittleren Unternehmen geht an den Start. Noch vor der offiziellen Verschmelzung der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) auf die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) präsentieren sich beide bundeseigenen Häuser auf einer Plattform.

HB/dpa FRANKFURT. Sämtliche Förderprogramme der Institute können im Internet abgefragt und auf einem gemeinsamen Formular beantragt werden. "Das ist ein Aufbruchsignal für den Mittelstand", sagte KfW-Vorstandschef Hans Reich am Mittwoch in Frankfurt.

"Eine effektive Wirtschaftsförderung ist ein mitentscheidender Faktor für den Standort Deutschland", betonte Reich. 2002 hat die KfW die deutsche Wirtschaft insgesamt mit 46,2 (Vorjahr: 28,7) Milliarden Euro in Form von Förderkrediten, Garantien und Projektförderungen unterstützt. Auf den Mittelstand entfielen davon 6,5 (6,6) Milliarden Euro. Ob dieses hohe Niveau gehalten werden kann, ist nach Meinung des KfW-Vorstandes noch offen. Dies hänge vom Investitionsverhalten der Wirtschaft im schwierigen konjunkturellen Umfeld ab.

Das Förderprogramm "Kapital für Arbeit" als Teil der Hartz- Initiative beginnt nach Darstellung von Reich zu greifen. Täglich gingen Anfragen im Volumen von fünf bis sechs Millionen Euro ein. 2003 dürfte ein Fördervolumen von 1,2 Milliarden Euro zu Stande kommen und damit etwa 12 000 Arbeitslosen zu einer festen Stelle verhelfen. Angesichts der Komplexität des Programms bezeichnete Reich die erst im November aufgelegte neue Fördermaßnahme für mittelständische Unternehmen als Erfolg.

Besonders erfreulich ist für Reich, dass viele Klein- und Kleinstunternehmen zu den Antragstellern gehörten. Ein Engpass sei, dass die Zinsen für einen Teil der Fördermittel an die Bonität des Kreditnehmers gekoppelt sind. In weiten Teilen des Kreditgewerbes seien die Instrumente für eine interne Bewertung der Unternehmen aber noch unzureichend entwickelt. "Wir müssen da noch etwas Geduld aufbringen." Es gehe in erster Linie zwar nicht um ein Beschäftigungsprogramm, aber die Schaffung von Arbeitsplätzen müsse nicht mehr an der Finanzierung scheitern.

Formal soll die DtA rückwirkend zum 1. Januar 2003 verschmolzen werden. Dazu ist allerdings noch eine Gesetzesänderung bis spätestens 31. August notwendig. Die Gründer- und Mittelstandsprogramme beider Häuser werden in einem eigenen Institut - "Die Mittelstandsbank" - zusammengefasst. Die DtA sei nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf gutem Wege, eine "schwarze Null" für das Jahresergebnis 2002 vorlegen zu können. Angesichts der zahlreichen neuen Aufgaben werde die Fusion nicht mit einem Personalabbau verbunden sein.

Das kommerzielle Bankgeschäft der KfW wird nach einem Kompromiss mit der EU-Kommission in einer eigenen Tochtergesellschaft konzentriert. Damit will man eine klare Trennung zwischen der Förderaufgabe sowie den Export- und Projektfinanzierungen erreichen. Von 2008 an werde diese Tochter rechtlich selbstständig agieren. Auf dieses Geschäftsfeld entfielen 6,1 (8,4) Milliarden Euro.

Die Förderung der Entwicklungshilfe spielt bei der KfW - im Gegensatz zu den 80er Jahren - nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Zusagen lagen 2002 bei nur noch 1,3 (3,0) Milliarden Euro. 2001 hatte ein Darlehen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) für die Armutsbekämpfung noch mit 1,4 Milliarden Euro zu Buche geschlagen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×