Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.02.2002

17:00 Uhr

Handelsblatt

Kartellamt gibt Einstieg von RWE bei Kölner Stadtwerken frei

Das Bundeskartellamt hat nach eigenen Angaben den geplanten Einstieg des Essener Energiekonzerns RWE bei den Kölner Stadtwerken GEW freigegeben.

rtr BONN. Das Vorhaben sei fusionrechtlich nicht mehr zu untersagen, weil der Konzern nun mit 20 % statt wie ursprünglich geplant mit 25,1 % einsteigen wolle, teilte die Bonner Wettbewerbsbehörde am Freitag mit. Die Beteiligung mit 20 % an einem der größten deutschen Stadtwerke führe nach Einschätzung des Amtes zu keinem wettbewerblich erheblichen Einfluß von RWE. Kartellamt-Chef Ulf Böge rügte indes die fortschreitende Beteiligung der großen Energiekonzerne an regionalen Versorgern. Von den 60 seit Januar 2000 erfolgten Beteiligungen seien alleine 40 auf RWE und E.ON entfallen, stellte Böge fest.

Den Plänen des RWE zufolge beteiligen sich an der GEW die Töchter Plus, Net und Rhenag. Das Bundeskartellamt war nach früheren Angaben vergangenen August informiert worden. Danach hatte das Amt signalisiert, die zuständige Beschlussabteilung werde eine Beteiligung mit 25,1 % an der GEW RheinEnergie AG aus wettbewerbsrechtlichen Gründen untersagen. GEW und RWE hatten sich daraufhin auf einen neuen Vertrag geeinigt, der nur noch eine 20-Prozent-Beteiligung vorsieht.

Kartellamtchef Böge stellte am Freitag klar, ein Einstieg des RWE-Konzerns mit 25,1 % hätte die gemeinsame marktbeherrschende Stellung von Eon und RWE auf dem Strommarkt verstärkt. Der Konkurrenzdruck im Endkundengeschäft sei weitgehend erlahmt. Außerdem behinderten die Beteiligungen der großen Stromkonzerne die Entwicklung eines funktionierenden Wettbewerbs im Stromsektor, mahnte Böge. Eon ist Deutschlands größter Energiekonzern, RWE die Nummer Zwei.

Der an die Vorbehalte des Kartellamtes angepasste Vertrag mindert allerdings den Einfluss des RWE auf die GEW. Die aktienrechtlich verbriefte Sperrminorität bei wichtigen Unternehmensentscheidungen kann mit der 20-Prozent-Beteiligung nicht mehr ausgeübt werden. Zudem verliert RWE nach Einschätzung von Branchenkennern möglicherweise das Vorschlagsrecht für ein Vorstandsmitglied.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×