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10.01.2001

15:22 Uhr

Kassenbeitrag soll sinken

Arbeitgeber fordern Kürzung des Krankengeldes auf 60 %

Die Arbeitgeber haben gefordert, das von den Krankenkassen gezahlte Krankengeld von bisher 90 auf 60 bis 70 % des Nettoeinkommens zu kürzen. Dies würde die Krankenkassen um bis zu drei Mrd. DM im Jahr entlasten, erklärte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) am Mittwoch in Berlin.

dpa BERLIN. Der durchschnittliche Kassenbeitrag könne damit um rund 0,2 %punkte auf 13,4 % sinken. BDA-Geschäftsführer Jürgen Husmann verwies darauf, dass auch Rente und Arbeitslosengeld nur etwa 60 bis 70 % oder weniger des Nettoeinkommens betrügen.

Husmann forderte weiter, versicherungsfremde Leistungen in Höhe von insgesamt zehn Mrd. DM nicht mehr über Kassenbeiträge, sondern über Steuern zu finanzieren. Dazu gehörten das Sterbegeld, Schwangerschafts- und Mutterschaftsleistungen sowie die Finanzierung von beitragsfreien Versicherungszeiten. Dies könne den Beitragssatz um weitere 0,5 %punkte senken.

Ähnlich hatte sich zuvor bereits der Ärzteverband Hartmannbund geäußert. Er forderte sogar, das Krankengeld ganz als Kassenleistung zu streichen und die Krankenkassen so um 14 Mrd. DM zu entlasten. Stattdessen sollten Versicherte das Krankengeld bei einer privaten Versicherung extra absichern müssen. Derzeit zahlen die Krankenkassen nach der meist sechswöchigen Lohnfortzahlung ein Krankengeld. Die Forderung des Hartmannbundes war bei Krankenkassen, Gewerkschaften und Sozialverbänden auf scharfe Kritik gestoßen. dpa cm yydd rm

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