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29.06.2000

11:45 Uhr

Kaufofferte

Ford einziger Bieter für Daewoo Motor

Der US-Autokonzern hat seine Konkurrenten Daimler-Chrysler und Hyundai sowie GM und Fiat aus dem Feld geschlagen.

ap SEOUL/STUTTGART. Der US-Autokonzern Ford ist alleiniger Verhandlungspartner für die Übernahme des hochverschuldeten südkoreanischen Autobauers Daewoo. Nach Angaben der Daewoo-Gläubiger vom Donnerstag stach Ford sowohl das gemeinsame Angebot von Daimler-Chrysler und Hyundai als auch die Gemeinschaftsofferte von General Motors und Fiat aus. Ein Daimler-Chrysler-Sprecher sagte, man sei nicht enttäuscht. Der deutsch-amerikanische Autobauer sei nicht an Daewoo als Ganzem interessiert gewesen.

Daewoo habe riesige Probleme, betonte der Sprecher in Stuttgart. Eine Übernahme als Ganzes sei den Daimler-Chrysler-Aktionären nicht zuzumuten gewesen. Diese Strategie sei auch mit dem Partner Hyundai abgestimmt gewesen. Die südkoreanische Regierung hatte zuvor erklärt, sie wolle zur Vermeidung einer möglichen Monopolstellung ein Angebot von Hyundai nur akzeptieren, wenn sich der Autobauer mit einem ausländischen Unternehmen zusammentue.

Ein Daewoo-Sprecher sagte, Ford habe die besseren Vorschläge in Bezug auf Kaufpreis, Technologietransfer und Arbeitsplatzgarantie vorgelegt. Aus Verhandlungskreisen verlautete, Ford habe mit dem Angebot von sechs bis sieben Mrd. Dollar eine Mrd. Dollar mehr geboten als Daimler-Chrysler und Hyundai. Die Verhandlungen mit Ford sind auf sechs Wochen angesetzt, sollten sie scheitern, wird nach Firmenangaben mit Daimler-Chrysler und Hyundai verhandelt. Sollte Ford den Zuschlag bekommen, würde das Unternehmen General Motors als weltweit größten Autohersteller ablösen. Daewoo ist mit rund 18 Mrd. Dollar (rund 37 Mrd. Mark/rund 19 Mrd. Euro) verschuldet.

Der Daimler-Chrysler-Sprecher sagte, Teile von Daewoo seien zwar durchaus interessant. Mit Hyundai, bei dem der deutsch-amerikanische Autobauer für 428 Mill. Dollar (894 Mill. Mark/457 Mill. Euro) mit zehn Prozent einsteigt, habe man aber bereits einen starken Partner. Daimler-Chrysler hatte sich damit nur rund drei Monate nach dem Einstieg bei dem japanischen Autobauer Mitsubishi den Zugang zum asiatischen Nutzfahrzeugmarkt gesichert.



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