Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2001

20:10 Uhr

ant FRANKFURT/M. Mit einem Zukauf in den USA will die Frankfurter Filmproduktionsfirma Das Werk AG zu den fünf weltweit bedeutendsten Anbietern von digitalen Spezialeffekten für Spielfilme aufschließen. Wie das am Neuen Markt notierte Unternehmen am Dienstag bekanntgab, übernahm es gegen umgerechnet knapp 17 Mill. DM in bar und 380 000 Aktien die in Los Angeles ansässige Centropolis Effects (CFX) vollständig. Für die Finanzierung nahm das Werk den Angaben zufolge einen Investitionskredit von umgerechnet rund 7,2 Mill. DM von der BHF-Bank in Anspruch.

Den Goodwill für die 1996 unter anderem von Roland Emmerich gegründete Gesellschaft bezifferte Das Werk auf rund 37 Mill. DM, die im Konzern über 15 Jahre abgeschrieben werden sollen. Emmerich gehört zu den wenigen international erfolgreichen deutschen Regisseuren. CFX war unter anderem für die im Ergebnis aufwendigen visiuellen Effekte seiner Kinofilme "Independence Day", "Godzilla" und "The Patriot" verantwortlich.

Joachim Sturmes, Vorstandschef der auf die digitale Bildverarbeitung spezialisierten Frankfurter Gesellschaft, sagte, dass Das Werk CFX dabei unterstützen wolle, neben den Effekten für große Spielfilme künftig auch Digitalisierungs-Dienstleistungen für Werbe- und Musikfilme anzubieten und damit die vorhandenen Kapazitäten zwischen den großen Produktionen besser zu nutzen. Größter CFX-Konkurrent sei Industrial Light & Magic (ILM) von George Lucas, der die Effekte der "Star Wars"-Episoden realisierte. Für Das Werk ist das Geschäft Sturmes zufolge vorteilhaft, weil der Markteintritt in den USA aus eigener Kraft deutlich teurer und schwieriger gewesen wäre.

Die seit August 1999 gehandelte Aktie legte am Dienstag um mehr als 2 % auf 22 Euro zu. Zuvor hatte der Titel im Sog der Medienwerte ein Jahrestief nahe des Ausgabepreises von 20 Euro markiert.

Sturmes betonte, dass mit rund 14 Mill. DM der größte Teil des in bar gezahlten Kaufpreises dem Unternehmen wieder zuflösse. Mehr als die Hälfte des Aktienanteils sind an die Ergebnisentwicklung der kommenden drei Jahre gekoppelt. CFX setzte 2000 rund 23 Mill. DM um und verbuchte einen Gewinn vor Abschreibungen (Ebitda) von rund 4 Mill. DM. Der Jahresumsatz soll um durchschnittlich 34 % auf rund 54 Mill DM im Jahr 2003, das Ebitda bis dahin um durchschnittlich 56 % auf 15,7 Mill. DM steigen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×