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11.01.2002

16:37 Uhr

Kaum Impulse erwartet

Analysten sehen Euro in enger Seitwärtsrange

Devisenanalysten sehen den Euro in den kommenden Tagen weiter in einer engen Seitwärtsrange tendieren.

vwd FRANKFURT. Die Euphorie, die den Euro nach der Bargeldeinführung knapp unter die 0,9080 $ getrieben hatte, sei wieder vergessen, erläutert Dorothea Huttanus von der DZ Bank. In der kommenden Woche sieht sie kaum Impulse, die einen raschen Ausbruch aus ihrer erwarteten Handelsrange von 0,8740 bis 0,9080 $ rechtfertigen würden. Angesichts der US-Konjunkturdaten der nächsten Tage sollte der Dollar innerhalb dieser Range leicht freundlich tendieren, meint Huttanus.

Dabei dürften die US-Einzelhandelsumsätze am Dienstag und das Michigan Konsumentenvertrauen am Freitag Aufschluss darüber geben, wie stark sich die US-Konsumenten inzwischen vom Rezessionsschock erholt hätten, fügt sie hinzu. Die Industrieproduktion lasse ebenfalls auf eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorwert hoffen. Darüber hinaus werde das Beige Book am Mittwoch Einblick in das Konjunkturbild der US-Notenbanker geben. Von der Preisfront seien dagegen kaum Impulse von den anstehenden US- und endgültigen deutschen Daten für den Devisenmarkt zu erwarten, fügt die Analystin hinzu.

Alexandra Bechtel von der Commerzbank verweist zudem auf die mit Spannung erwartete Rede des US-Notenbank-Chairmans Alan Greenspan, die dem Euro-Dollar-Kurs Richtung geben dürfte. Nach den jüngsten positiven US-Daten sei an den Finanzmärkten die Hoffnung auf eine Bodenbildung und eine baldige wirtschaftliche Erholung in den USA gestiegen, sagt Bechtel. Ihre Schätzung für die Handelsspanne lautet auf 0,8840 bis 0,9080 $.

Rückgang der deutschen Industrieproduktion

Eugen Keller vom Bankhaus Metzler begründet den derzeit schwachen Eurokurs mit dem enttäuschend starken Rückgang der deutschen Industrieproduktion vom Donnerstag. Dies habe dazu beigetragen, dass der Euro sein Aufwärtspotenzial zum Dollar nicht entfalten konnte. Die mehrheitliche Befürwortung der Euroeinführung durch die Schweden und Dänen gebe derzeit wenig Impulse. Die Folge seien rückläufige Volatilitäten und eine stark abnehmende Positionierung. Erst ein Ausbruch aus der Handelsspanne von 0,8875 und 0,8945 $ sollte für mehr Bewegung sorgen.

Den Yen sehen die Experten unter Druck. Zwar befürworte die japanische Regierung noch die Yen-Abschwächung, sagt Bechtel. Doch scheine die Besorgnis über eine zunehmende Eigendynamik dieser Bewegung zu steigen. Vor diesem Hintergrund dürfte der Yen in den nächsten Tagen weiter schwach tendieren und einen volatilen Handelsverlauf zeigen. Als Range nennt Bechtel 131,80 bis 134,00 Yen. Huttanus meint ebenfalls, dass die japanische Regierung einen schwachen Yen bevorzugt. Allerdings dürfte Japans Premier Junichiro Koizumi bei seiner Asien-Reise als Gründen der Diplomatie vor der Geschwindigkeit der Yen-Abwertung warnen. Ihre Rangeschätzung lautet auf 130,00 bis 134,80 Yen.

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