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22.06.2000

12:00 Uhr

“Kaum Kompetenz bei Renten, Finanzen und Sicherheitspolitik”

HB-Business-Monitor: Wirtschaftselite erwartet einhellig weitere Verluste für Grüne

Die FDP wird die Grünen vom Platz als drittstärkste Partei verdrängen. Das erwarten 60 % der TOP-Manager.

Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft gehen davon aus, dass die Grünen ihre Stellung als drittstärkste politische Kraft an die FDP verlieren werden. 60 % der Top-Manager sehen die Liberalen anstelle der Grünen dauerhaft auf dem dritten Platz nach den beiden großen Volksparteien, ergab der Handelsblatt Business-Monitor, eine repräsentative Umfrage unter den Führungskräften der deutschen Wirtschaft, im Juni. Nur 35% glauben nicht daran, dass die FDP die Grünen überholen wird.



Die Top-Manager sind nach den Verlusten der Grünen bei den zurückliegenden Landtagswahlen nahezu einhellig (93 %) der Überzeugung, dass sich der Negativtrend für den kleineren Koalitionspartner in der Bundesregierung bei den nächsten Wahlen fortsetzen wird. Nur 6% erwarten eine Umkehrung dieser Entwicklung.



Für eine fast ebenso deutliche Mehrheit (84 %) bedeutet dies aber nicht, dass die Grünen so geschwächt werden, dass sie von der bundespolitischen Bühne verschwinden werden: Vielmehr geht die Wirtschaftselite davon aus, dass die Grünen bei der Bundestagswahl 2002 erneut in den Bundestag einziehen werden. Nur 12 Prozent der Führungskräfte erwarten hingegen, dass die Grünen dann an der Mandatsschwelle scheitern werden.



Ob die Grünen allerdings auch weiter Regierungspartei sein werden, darüber sind die Führungskräfte geteilter Meinung. 46% glauben, dass es zu einer sozialliberalen Koalition auf Bundesebene kommen wird, 48% glauben dies nicht. Nur 5% der Befragten gehen allerdings davon aus, dass die Grünen noch vor der Bundestagswahl 2002 aus der Bundesregierung ausscheiden.



Die sachpolitische Kompetenz der Grünen in zentralen politischen Aufgabenbereichen wird von den Führungskräften der Wirtschaft differenziert beurteilt. Die Bewertungen "sehr große" bzw. "große" Kompetenz (Werte "1" und "2" auf einer von 1 bis 5 reichenden Skala) liegen zwischen 4,1 und 2,8. Die größte Problemlösungskompetenz wird den Grünen von den Top-Managern in der Umweltpolitik (2,8) zugetraut, gefolgt von der Außenpolitik (3,3). Mit je 3,4 wird die Leistungsfähigkeit der Grünen in Gesundheitspolitik und Energiepolitik bewertet. Nochmals kritischer fällt das Urteil in den Bereichen Renten sowie Steuern und Finanzen (je 3,7) aus. Am wenigsten halten die Führungskräfte von den sicherheitspolitischen Konzepten der Grünen (4,1).

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