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22.01.2003

07:07 Uhr

Kaum Phantasie, aber hohe Ausschüttung

Ahlers lockt mit zehn Prozent Dividende

VonUlf Sommer

Wer möchte zehn Prozent - und das schon im Juni? Die stimmrechtslosen Vorzugsaktien des Modemachers Adolf Ahlers bringen derzeit 10 % Dividendenrendite. Die seltener gehandelten Stämme immerhin 8 %. Zugreifen sollten Anleger aber nur, wenn sie obendrauf nicht auch noch großes Kurspotenzial verlangen.

DÜSSELDORF. Es ist gar nicht lange her, dass Stamm- und Vorzugsaktien weniger als die Hälfte an Rendite brachten, weil sie mehr als das Doppelte kosteten. Schuld an der Kursmisere ist die Kombination aus Börsenbaisse, Branchenkonsolidierung und Stagnation bei Ahlers selbst.

Seitdem sich die Herforder vor gut einem Jahr dazu entschieden, den Börsenindex Smax aus Kostengründen zu verlassen, fristet die Aktie ein trostloses Dasein. Der Konzern spart zwar jährlich gut und gern 100 000 Euro, die nicht mehr an Deutsche Börse, Betreuerbanken und zur Erfüllung internationaler Standards samt Analystenkonferenzen und Quartalsberichte fällig werden. Doch seit dem Rückzug in den Amtlichen Markt muss Konzernchef Jan A. Ahlers in Kauf nehmen, dass sich kein Analyst und Investmenthaus mehr dem Titel widmet.

Dabei lohnt sich ein Blick auf die 80 Jahre alte Firma. Mit Eigenmarken wie Pioneer, Gin Tonic und starken Namen wie Eterna, Otto Kern und Pierre Cardin wandelt sie sich zu einem Bekleidungshersteller im Premium-Segment. Zur Zeit laufen Verhandlungen mit Pierre Cardin, um alle Rechte an dem französischen Luxus-Modemacher zu erwerben. Doch Konkurrenz aus China, Japan und den USA bietet mit.

Die Fokussierung auf margenstarke Marken, der Rückzug aus renditeschwachen Segmenten und eine strenge Kostendisziplin dürften helfen, Renditen stabil zu halten. Das ist beachtlich in Zeiten, in denen Wettbewerber ambitionierte Erwartungen nicht erfüllen und mit Gewinnwarnungen Anleger verschrecken. 2001 verdiente Ahlers knapp 13 Mill. Euro. 2002 dürften es etwa ebenso viel sein, sagte gestern ein Konzernsprecher. Beim bislang prognostizierten Umsatz von 340 Mill. Euro soll es ebenfalls bleiben.

Pro Aktie werden 88 Cents verdient. Davon schüttet Ahlers 87 Cents pro Vorzugsaktie (82 Cents für Stämme) aus - so viel wie seit acht Jahren. "Das werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlagen", sagte ein Firmensprecher dem Handelsblatt. Angesichts der Mehrheiten - drei Viertel der Stammaktien gehören dem westfälischen Textilwerk Adolf Ahlers - gibt es keine Zweifel, dass am 26. Juni großer Zahltag ist. Zumindest gemessen am Kurs der Vorzugsaktie von 8,90 Euro.

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