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07.07.2000

12:55 Uhr

"Kein Gesamtkonzept erkennbar"

Monopolkommission fordert Studiengebühren

In einem Sondergutachten stellt die Kommission dem deutschen Hochschulsystem ein schlechtes Zeugnis aus.

Reuters BERLIN. Die Monopolkommission hat heftige Kritik am deutschen Hochschulsystem geübt und die Einführung von Studiengebühren gefordert. In einem am Freitag veröffentlichten Sondergutachten der Sachverständigen heißt es, die aktuellen Reformbemühungen im Hochschulbereich seien ungenügend, ein Gesamtkonzept sei nicht erkennbar. Ziel müsse der Wettbewerb in allen Bereichen des Hochschulsektors sein. Ein "marktgeleiteter Wettbewerb" sei aber nur möglich, wenn auch das "Tabu der Erhebung von Studiengebühren" falle. Damit könne erreicht werden, dass das Studienangebot inhaltlich und qualitativ stärker an der Nachfrage ausgerichtet und die Erfordernisse des Arbeitsmarktes berücksichtigt würden.

Das derzeitige Hochschulsystem befinde sich in der Krise, befand die Monopolkommission. Es sei überlastet und nicht in der Lage, flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Es genüge auch nicht den Erfordernissen des Arbeitsmarktes. Der jüngste Beschluss der Kultusminister, weiterhin keine Studiengebühren zu erheben, verfestige einen der wesentlichen Mängel des Systems. Generell müsse der Bereich Hochschule stärker an Erfolgskriterien orientiert werden. Derzeit regiere das Prinzip der reinen Bedarfsdeckung. Momentan würden überdurchschnittliche Leistungen und Wirtschaftlichkeitserfolge kaum honoriert.

Die Monopolkommission beobachtet im Auftrag der Bundesregierung die Konzentration in der Wirtschaft auf Grundlage der Zielsetzung eines funktionierenden Wettbewerbs. Die Kommission übergab ihren Bericht am Freitag an Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos).

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