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12.02.2002

07:26 Uhr

Kein Hinweis auf Anschläge in Salt Lake City

FBI warnt vor Terroranschlag am Dienstag

Die US-Bundeskriminalpolizei FBI fürchtet einen unmittelbar bevorstehenden Terroranschlag und hat deshalb US-Sicherheitskräfte in aller Welt in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die Warnung wurde am Montagabend kurz vor 22.00 Uhr (Ortszeit) veröffentlicht.

Verhöre von gefangenen afghanischen und El-Kaida-Kämpfern auf dem US-Stützpunkt Guantanamo ergaben Hinweise auf neue Terroranschläge.

Verhöre von gefangenen afghanischen und El-Kaida-Kämpfern auf dem US-Stützpunkt Guantanamo ergaben Hinweise auf neue Terroranschläge.

dpa/rtr WASHINGTON. Die Anschläge seien vermutlich entweder direkt in den USA oder gegen US-Interessen im Ausland geplant und könnten bereits am Dienstag ausgeführt werden. Dies hätten Verhöre von Taliban- und El Kaida-Gefangenen in Afghanistan und auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba ergeben. Die Warnung enthielt die Namen von mehreren Verdächtigen hinter dem angeblich geplanten Anschlag, aber keine konkreten Ziele.

Das FBI hatte seit den Anschlägen vom 11. September drei mal vor möglichen neuen Anschlägen gewarnt. Noch nie wurden dabei aber derart konkrete Angaben gemacht. Das FBI hatte nach eigenen Angaben keine näheren Informationen über das mögliche Anschlagsziel. Beamte präzisierten aber, dass es keine Hinweise auf einen Anschlag auf die Olympischen Spiele in Salt Lake City gebe.

"Neue Informationen weisen auf einen geplanten Anschlag am oder um den 12. Februar in den USA oder gegen US-Interessen hin", teilte das FBI mit. "Daran könnten eine oder mehrere Zellen beteiligt sein." Die Bundesbehörde forderte alle Amerikaner zu höchster Wachsamkeit auf.

Hauptverdächtiger ist der 1979 in Saudi-Arabien geborene Fawaz Yaha el Rabeii alias Furkan. Er reist nach FBI-Informationen mit einem jemenitischem Pass, dessen Nummer das FBI ebenfalls angibt. Es gebe allerdings keine Hinweise, dass der Mann in die USA eingereist sei. Ein Dutzend weiterer Männer werden verdächtigt, an der Planung beteiligt zu sein, die meisten von ihnen aus Jemen und Saudi-Arabien. Das FBI weist die Polizei an, die genannten Männer bei Entdeckung sofort festzunehmen. "Alle sollten als äußerst gefährlich eingestuft werden", heißt es in der FBI-Warnung.

Auf der FBI-Webseite sollten noch in der Nacht Fotos der Männer veröffentlicht werden. Die Webseite war allerdings nach der Veröffentlichung der Warnung so gefragt, dass der Zugang zunächst nicht möglich war.

Seit den Anschlägen vom 11. September, für die die USA den moslemischen Extremisten Osama bin Laden verantwortlich machen, hatte das FBI wiederholt Anschlagswarnungen ausgegeben. In keinem Fall waren jedoch zuvor die Namen und Nationalitäten von Verdächtigen veröffentlicht worden. Eine direkte Verbindung zur Organisation El Kaida Bin Ladens, die in Afghanistan operiert und Verbindungen in alle Welt unterhalten soll, wurde in der Anschlagswarnung nicht gezogen.

Ein US-Kriegsschiff war bereits früher Ziel eines Anschlags im Jemen gewesen. Zwei Selbstmord-Attentäter bombten ein Loch in die Bordwand des amerikanischen Lenkwaffen-Zerstörers "Cole". Bei dem Anschlag, bei dem Bin Laden als Drahtzieher verdächtigt wurde, starben damals 17 US-Matrosen.

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