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14.03.2003

18:11 Uhr

Kein Index-Schwergewicht ist im Aufwärtstrend

Dax-Ausblick: Kriegsausbruch wird Trend bestimmen

Ein möglicher Kriegsausbruch in Irak wird Marktteilnehmern zufolge die Börse in der kommenden Woche in Atem halten und den nervösen Investoren vielleicht neue Aufschlüsse über die weitere Konjunkturentwicklung geben. Zudem dürften besonders die Konzernergebnisse von BASF, Allianz und der Lufthansa Aufmerksamkeit hervorrufen.

Reuters FRANKFURT/M. Die Entwicklung an den deutschen Aktienmärkten nach einem Kriegsausbruch sei aber überaus schwierig zu prognostizieren und hänge entscheidend von den US-Erfolgen in den ersten Kriegstagen ab, sagten Marktteilnehmer. "Wenn es im US-Sinn nach Plan läuft, könnten wir eine starke Erholungsrally sehen, die uns bis 2800 Punkte im Dax führen kann", sagte Aktienstratege Werner Bader von der LB Baden-Württemberg. Aber gerade dies bezweifeln andere Börsianer. "Die Anleger werden extrem nervös bleiben bis die Krise endgültig ausgestanden ist und jede Chance zu kurzfristigen Gewinnmitnahmen nutzen", widersprach ein Händler.

Der Deutsche Aktienindex stieg bis zum Freitagnachmittag wieder auf rund 2415 Punkte und tendiert damit im Wochenverlauf nur leicht im Minus. Zeitweise war der Dax in dieser Woche bis auf 2188 Zähler und damit den tiefsten Stand seit November 1995 abgestürzt.

Irak-Krise wird Börsentrend vorgeben

Uneinig sind sich Börsianer, was im Vorfeld eines möglichen Irak-Krieges an der Börse passieren wird. "Einige Anleger positionieren sich schon jetzt für das Ende des Krieges", sagte Hugh Johnson, Chefinvestment-Officer bei First Albany in New York. "Sie erwarten, dass die Auseinandersetzungen kurz und begrenzt sein werden und dass durch den dann sinkenden Ölpreis die Konjunkturaussichten besser werden." Aktienstratege Bader ergänzte, in Deutschland könnten Konsum und Investitionen wieder zulegen, wenn die durch die Irak-Krise verursachte Unsicherheit endlich weiche.

Skeptischer zeigte sich unter anderem Klaus Tafferner, der bei Concord Effekten für charttechnische Analysen zuständig ist. "Was wir die letzten beiden Tage gesehen haben, war nichts anderes als eine Erholung auf einen stark überverkauften Zustand", sagte der Experte. "Nur drei von 30 Dax-Aktien sind derzeit in einem charttechnischen Aufwärtstrend: Adidas-Salomon, Altana und Fresenius Medical Care, aber keines der Index-Schwergewichte."

RWE-Verschuldung im Blick - BASF wird Ergebnis verdoppeln

Den Auftakt bei den Unternehmenszahlen wird am Montag der zweitgrößtem deutsche Versorger RWE machen. Im Blickpunkt werden Analysten zufolge aber nicht die eigentlichen Zahlen stehen, weil deren grobe Umrisse bereits bekannt sind, sondern die Verschuldung des Konzerns. Diese beläuft sich nach mehreren Akquisitionen auf 26 Milliarden Euro und soll bis zum Jahresende auf 24 Milliarden Euro verringert werden.

Europas größter Chemiekonzern BASF, der am Dienstag Zahlen vorlegen will, hat Analysten zufolge im vierten Quartal 2002 bei einem etwas höherem Umsatz sein Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen mehr als verdoppelt. BASF hatten erst diese Woche für 2002 eine erhöhte Dividende von 1,40 (1,30) Euro angekündigt.

Beim Pharma-und Spezialchemiekonzern Altana rechnen die Experten für 2002 dank des umsatzstarken Magenmittels Pantoprazol mit einem rund 25 Prozent höheren Ergebnis vor Steuern und Zinsen. Das Interesse richte sich nun auf den Ausblick für 2003 und den Entwicklungsstand der beiden neuen Atemwegsmedikamente Roflumilast und Ciclesonide, sagte Analyst Alexander Groschke von der LB Rheinland-Pfalz.

Auch Allianz und Lufthansa im Rampenlicht

Am Donnerstag wird der Allfinanzkonzern Allianz nach den Schätzungen der Analysten einen Verlust nach Minderheiten von 1,33 Milliarden Euro für 2002 ausweisen, nach einem Überschuss von 1,62 Milliarden Euro im Vorjahr.

Mit Spannung werden darüber hinaus die Kennzahlen der Lufthansa erwartet. In einem Reuters-Interview hatte sich der Vertriebschef Thierry Antinori zuletzt verhalten pessimistisch gezeigt. Nach Verlauf der ersten beiden Monate werde 2003 wegen der anhaltenden Konjunkturkrise noch schwieriger als 2002.

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