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07.01.2003

13:22 Uhr

Kein Kommentar der Telekom-Tochter

Partnersuche für T-Systems dauert an

Die Deutsche Telekom hat bei der angestrebten Stärkung der Geschäftsbasis ihres Systemhausgeschäfts noch keine konkreten Verhandlungen mit möglichen Partnern aufgenommen. Einen Zeitungsbericht, wonach das französische Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Cap Gemini Ernst & Young (CGEY) nicht mehr an Verhandlungen mit der Systemhaussparte T-Systems interessiert ist, wollte die Telekom-Tochter nicht kommentieren.

Reuters FRANKFURT. Ein Sprecher von T-Systems sagte am Dienstag in Frankfurt, es würden zwar "auf unterschiedlichen Ebenen" Gespräche mit möglichen Partnern geführt. "Es gibt jedoch noch nichts konkretes", fügte er hinzu. Die Namen der Gesprächspartner wollte der Sprecher nicht nennen. Es sei zudem zu bezweifeln, dass vor dem offiziellen Antritt des neuen Spartenchefs Konrad Reiss im Februar weitreichende Entscheidungen getroffen würden, hieß es.

Die "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe) hatte zuvor berichtet, Cap Gemini Ernst & Young sei nicht mehr an Verhandlungen mit T-Systems interessiert. Der Wunschkandidat der Telekom als Partner für T-Systems sehe nach ersten Gesprächen keine Basis für weitergehende Verhandlungen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die CGEY-Konzernzentrale in Paris. Aus Unternehmenskreisen sei verlautet: "Da ist nichts mehr im Busch", meldete die "Financial Times Deutschland".

An der Börse wurde die seit Tagen Kursgewinne verbuchende Telekom-Aktie in einem leichterem Gesamtmarkt mit einem moderaten Aufschlag von 0,5 % auf 13,94 ? gehandelt. Analysten äußerten sich zurückhaltend zu den Entwicklungen bei T-Systems. "Das interessiert derzeit keinen Investor", sagte der Telekom-Analyst der Bankgesellschaft Berlin, Ralf Hallmann. Der Abschluss einer Partnerschaft mit einem großen Branchenanbieter wie dem Weltmarktführer IBM wäre zwar grundsätzlich als positiver Schritt für die Telekom zu werten, sei aber derzeit nicht prioritär.

Frank Rothauge, Telekom-Analyst von Sal. Oppenheim, erwartet hingegen, dass T-Systems keine weitreichende Kooperation anstrebt sondern eher für einzelne Absatzgebiete regionale Partnerschaften eingehen wird. Eine Zusammenlegung der Geschäfte beispielsweise mit Cap Gemini Ernst & Young bezeichnete er als "unsinnig". Die beiden Unternehmen ergänzten sich nicht, sondern konkurrierten miteinander.

Die Deutsche Telekom hat mit der Übernahme des Dienstleistungsunternehmens Debis Systemhaus von DaimlerChrysler im Jahr 2000 als einziges Branchenunternehmen weltweit konsequent eine Konzernsparte für das Systemhaus-Geschäft aufgebaut. Damit will die Telekom von den zusammenwachsenden Märkten Telekommunikation und Informationstechnologie profitieren. Konzernintern wird die Präsenz der Sparte T-Systems in Teilen Westeuropas und den USA als ungenügend eingestuft. Um diesen Geschäftsnachteil auszugleichen, sollen Allianzen mit Partnern vor Ort geschlossen werden.

Wegen des geplanten Schuldenabbaus bei der Telekom von zuletzt 64 Mrd. ? auf bis zu 50 Mrd. ? bis Ende 2003 sucht T-Systems eigenen Angaben zufolge nach "kreativen Partnerschaften", die ohne den Einsatz massiver Finanzmittel zu verwirklichen sind. Der seit Mitte November amtierende Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke will trotz der Sparzwänge zunächst an T-Systems als integriertem Anbieter von Telekom - und Informations-Technik festhalten. Eine Entscheidung über die Fortführung des Systemhaus-Geschäfts stehe derzeit nicht an. Aus Konzernkreisen verlautete, dass die Geschäfte in dem kombinierten Markt für Telekom - und Informations-Technik bislang noch hinter den Erwartungen zurückblieben.

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